Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

7. Januar 2013
von Stephan
1 Kommentar

Die Yogistar Yogamatte eco deluxe im Feierabendtest

Einen Monat vor Weihnachten habe ich von den netten Menschen bei Yogistar eine Yogamatte eco deluxe für einen Test erhalten. Um die alte Tradition der Yamas-Reviews wieder aufzugreifen, wird diese Rezension der dritte Beitrag der Reihe.

Die Yogistar Yogamatte eco deluxe

Yogistar Yogamatte eco deluxe

Etwas weniger als 2 Kilogramm Naturgummi in blau und anthrazit bringt die ökologische Yogamatte von yogistar auf die Waage. Die Pressemitteilung berichtet über die Matte:

Ein Hauch von Luxus im Einklang mit natürlichen Ressourcen für eine nachhaltige Yogapraxis, das ist das Konzept der yogimat eco deluxe aus reinem Natur-Kautschuk.

Größenvergleich dreier Yogamatten Meine Feierabendasanas habe ich bislang entweder auf einer Standardmatte oder meiner überlangen Ashtanga-Matte, abwechselnd mit oder ohne Yogitoes Skidless bzw. Yogateppich absolviert. Die Matten selbst waren meist zu Beginn der Übung schön griffig, wurden durch Schweiß aber mitunter recht rutschig. Das Handtuch und der Teppich hingegen wurden erst nach einiger Zeit recht griffig und boten zu Beginn der Asanas immer wenig Halt.

Die eco deluxe habe ich bewusst ohne Auflagen, also ganz pur, getestet. Ich wollte wissen, wie sie sich im Alltag schlägt, von ruhigeren Flows bis zur schwitzigen Serie oder bei ganz normaler Gymnastik.

Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit

Um die Matte herzustellen, mussten keine Tiere sterben. Allerdings gibt es zahlreiche Menschen, die unter einer Latex-Allergie leiden – all jenen dürfte die Matte wenig Freude bereiten. Zum Glück gehöre ich anscheinend nicht zu den Betroffenen. Doch ist die Matte besonders zu Beginn unserer Beziehung etwas anrüchig gewesen, doch dazu später.

Die Yogistar liegt immer platt auf dem Boden und wellt sich nicht. Besonders gefällt mir, dass ich keine Gewalt anwenden muss, um sie zu bändigen. Wo meine anderen Yogamatte gerne bockig und gewellt blieben, liegt die eco deluxe immer platt auf dem Boden. Auch wenn sie ein paar Tage gerollt war, sie scheint überhaupt nicht nachtragend und entrollt sich immer vollends. So platt wie eine Flunder liegt sie auf dem Boden.

Da wir Parkett haben, rutschen anderen Matten (und gerne auch mein Yogitoes-Handtuch) während der Praxis mitunter auch mal ein kleines oder auch größeres Stückchen. Ganz anders diese Matte; sie bleibt dort, wo man sie hinlegt. Interessanterweise scheint mir aber der Parkett an der Stelle, wo sie seit einer Woche liegt, inzwischen ganz schön glatt.

Satya – Die Wahrhaftigkeit

Asana macht richtig Spaß mit dieser Matte. Vom ersten Moment an fühlt es sich an, als wären Hände und Füße mit der Matte verschmolzen. An ein Wegrutschen ist nicht zu denken. Wie Spiderman fühle ich mich in Adho Mukha Svanasana und kann mich ganz auf die Asana konzentrieren.

Die Yogistar im direkten Vergleich mit meiner aktuellen Matte Mit einem Teppich als Untergrund habe ich die Matte nicht ausprobiert. Ich glaube aber auch nicht, dass die Matte dann ihre Stärken richtig ausspielen kann. Im Gegenteil – ihre Anhänglichtkeit bezieht sich nicht nur auf Parkett, sondern auch auf Flusen, Staub und Schweiß.

Bereits nach wenigen Tagen sah die Matte ordentlich gebraucht aus. Helle Flecken sind an den Stellen zu sehen, wo Hände und Füße besonders oft in Mattenkontakt kommen. Mich persönlich stört es nicht, ich sehe es eher als Beleg meiner Übungsfreudigkeit.

Asteya – Nicht-Stehlen

50 Euro für eine Yogamatte ist nicht wenig, aber auch nicht auffällig viel. Wie langlebig die Matte auch nach Monaten intensiver Nutzung noch ist, kann ich heute noch nicht sagen, aber ich bin aufgrund der Oberflächenstruktur etwas skeptisch. Da es meine erste Gummimatte ist, werde ich vermutlich im Sommer noch einmal auf das Thema zurückkommen und berichten.

Brahmacharya – Die Reinheit

Auch, wenn es eher etwas für das Niyama Shauca wäre, aber frisch aus der Packung genommen stinkt diese Matte zum Himmel! Womöglich gibt es irgendwo Kenner, die diesen intensiven Gummigeruch mögen, doch in unserem Schlafzimmer fanden wir den Geruch eher fehl am Platz. Es dauert ein paar Wochen, bis sich der Gestank in einen leichten Geruch gewandelt hat. Vielleicht lässt sich das durch ordentliches Auslüften über der Wäscheleine beschleunigen.

Ich kann nicht empfehlen, die Matte bereits am ersten Tag in einen Kurs mitzunehmen. Nach etwa einem Monat war der Geruch nur noch in Mattennähe zu merken, dann kann man sie auch ohne Risiko mitnehmen.

Dank des Gummi habe ich eine wertvolle Lektion über mich selbst gelernt: Der Geruch färbt auch nach Wochen noch auf Hände und Füße ab. Noch nie habe ich so schmerzhaft erfahren, wie oft ich meine Hände in Nasennähe bringe. Ohne die Finger ordentlich gewaschen zu haben, war es unmöglich diese in Mund zu stecken, um zum Beispiel etwas Joghurt abzulecken – der Geschmack ist scheußlich.

Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten

Mit den Standardmaßen 61cm x 183cm x 4mm und ganz ohne schnörkelige Malereien, also ohne Om-Symbol oder Hilfslinien zur korrekten Ausrichtung, ist die Matte auf das Wesentliche reduziert.

So dünn ist die Yogistar-Matte Etwas Pflege ab und zu würde ich jedoch nicht als überflüssig betrachten. Mit einem feuchten Tuch ab und an mal die Matte abzuwischen dürfte reichen. Wenn es sein muss, kann man Matten aus Naturgummi angeblich auch mit kaltem Wasser in der Waschmaschine waschen. Ganz wichtig ist jedoch, nicht den Trockner zu benutzen und die Matte möglichst nur kurz (oder besser gar nicht) direktem Sonnenlicht auszusetzen. Sprödes, rissiges Gummi, wie man es von alternden Dichtungen kennt, und schlechte Haftung sind das Resultat. Als Matte für die regelmäßige Yogastunde im Park würde ich die eco deluxe nicht empfehlen.

Meine Yamas-Bewertung

Auch, wenn ich die eco deluxe zu Beginn kaum riechen mochte, so hat sie mich inzwischen voll und ganz überzeugt. Die großartige Haftung in allen Asanas bereits von der ersten Minute bis zum durchgeschwitzten Ende habe ich so noch auf keiner anderen Matte erlebt.
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann höchstens ein paar Zentimeter mehr – mit 1,90 Metern hängt bei Shavasana immer ein Körperteil von der Matte.

Zum Schluß noch ein herzliches Dankeschön an Roland von Yogistar für die Teststellung der Matte. Sie ist jetzt meine Alltagsmatte geworden :-)

Yamas-Wertung für Yogistar Yogamatte eco deluxe
Eine ökologische Yogamatte mit mächtig viel Grip
Ahimsa4 Oms
Satya5 Oms
Asteya4 Oms
Brahmacharya2 Oms
Aparigraha5 Oms
Gesamtwertung4 Oms

Wer mehr über die eco deluxe lesen möchte, Bernd hat auch ein Testexemplar erhalten.

Was ist denn ein Yamas-Review?

Yamas – die erste Stufe im Ashtanga Yoga – sind Richtlinien für den Umgang miteinander. Auch wenn die die fünf Regeln auf den ersten Blick nicht zu einem Produkttest zu passen scheinen, eignen sie sich für mich besonders gut, einerseits mein Verständnis für die Yamas zu schärfen und andererseits einen bewährten Rahmen für die Beurteilung von Dingen zu stecken.

The Eatery: App for iPhone

1. April 2012
von Stephan
4 Kommentare

The Eatery - Gesundes Essen dank Crowdsourcing

Ich bin ein Fan von Statistiken jeglicher Art, vor allem, wenn sie mir helfen, mein Leben zu verbessern. Für eine gesundere Ernährung habe ich schon erwogen, Kalorien zu zählen, doch dies ist mir viel zu umständlich. Mit heutiger Technik wäre es doch toll, wenn man einfach sein Essen fotografieren könnte, und eine Software würde sofort auswerten, wie gesund das Essen ist.

Leider gibt es solch ein Programm nicht. Allerdings gibt es viele schlaue Menschen, die sich gerne mit Ernährung beschäftigen, und die mindestens ebenso schlau wie ein Computer sind. Die Leute von Massive Health haben mit ihrer App The Eatery für das iPhone genau die Lösung gebastelt, die mein Problem löst: Wie kann ich nachvollziehen, wie gesund (oder ungesund) ich mich eigentlich ernähre?

Wer ein iPhone besitzt, kann sich selbst von der Funktionsweise überzeugen (die App ist kostenlos). Alle anderen können hier mehr erfahren.

Weiterlesen...

6. März 2012
von Stephan
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Fit werden mit You are your own gym

Besonders Männer kommen häufig zum Yoga, weil sie die körperlichen Vorteile sehen: Größere Beweglichkeit, verbesserte Koordination, vielleicht sogar ein grundsätzlicher Kraftzuwachs. Natürlich habe auch ich aus diesen Gründen angefangen, doch inzwischen ist Yoga für mich mehr als eine körperliche Übung. Dennoch brauche ich auch zwischendurch noch alternativ ein klassisches “Trainingsprogramm”, wie beispielsweise das WKM-Training oder Cardio.

Fit werden ohne Fitnessstudio

Da ich seit Ende des letzten Jahres nicht mehr in einem Fitnessstudio bin, habe ich nach einer Alternative gesucht, wie ich meine Fitness – sozusagen im Ausgleich zu Yoga – verbessern kann. Zwar hatte ich früher sogar Hanteln zuhause, doch inzwischen gibt es hier neben meiner Yogamatte keine Sportutensilien mehr.

You are your own gym

Über den iTunes-Store bin ich auf Mark Lauren und seine App YAYOG gekommen.

You are your own gym - Splashscreen

Mark ist seit vielen Jahren Ausbilder der US-Militärs. Da das US-Militär auf seine Auslandseinsätze in aller Welt in der Regel keine Tonnen an Hanteln und Gewichten mitnimmt, haben sie andere Wege gefunden, die Männer und Frauen fit zu halten. Die über Jahre gewonnenen Erkenntnisse sind als Trainingsphilosophie in Form von Eigengewichtsübungen und Workouts unter dem Namen You are your own gym (du bist dein eigenes Fitnessstudio) komprimiert.

Das Buch

Bevor ich die App auf meinem iPhone ausprobiert habe, wollte ich unbedingt mehr über die Trainingshintergründe erfahren und habe zu Weihnachten das Buch erhalten und durchgelesen. Ganz ehrlich, sonderlich neu sind die Erkenntnisse (für mich) nicht gewesen. Als Schnellstart hätte es auch nur die App getan.

Neben den Übungen stellt Mark eine sinnvolle (gesunde) Ernährung vor. Dabei gibt er keine seitenlangen Nährwerttabellen, sondern ein paar praktische Tipps zum Zu- aber auch zum Abnehmen. Nicht genug jedoch, um alleine damit von fett zu fit zu kommen (dazu bedarf es dann doch ein wenig mehr Information).

YAYOG – Die App

Für weniger als zwei Euro kann man das Wissen des Buchs in kompakter Form auf sein Apple-Gerät (iPhone oder iPod Touch) bringen. Dann lassen sich alle Übungen einsehen. Anhand von Bildern und kurzen Texten (die im Buch sind meist exakt gleich) werden die Übungen dargestellt. Alles ist leider nur auf Englisch erhältlich, doch die wenigen Anweisungen kann man leicht verstehen, sobald die Übungen verstanden sind.

You are your own gym - One legged Romanian Deadlift

Grob lassen sich die Übungen in die folgenden Gruppen einteilen:

  • Ziehen
  • Drücken
  • Beine
  • Rumpf
  • Ganzkörper

Nicht alle Übungen, aber die meisten, lassen sich allein mit dem eigenen Körpergewicht ausführen. Für manch andere braucht man einen Tisch, eine Tür, ein Handtuch oder auch mal einen Rucksack. Alles Dinge, die man eigentlich immer zuhause finden kann.

Die Workouts

Wer möchte, kann sich selbst die Übungen zusammenstellen und ganz individuell loslegen. Wer gerne etwas mehr Struktur vorgegeben bekommt, kann wie ich einen der vier Workouts auswählen. Über jeweils zehn Wochen wechseln sich dann diverse Phasen ab. Zunächst geht es darum, die Koordination der Übungen zu üben, dann geht es um Kraftzuwachs gefolgt von Schnellkraft und schließlich einer längeren abwechslungsreichen Phase als Muskelboost.

You are your own gym - Select a workout

Die Workouts gehen dabei ganz unterschiedlich vor. So gibt es klassisches Intervalltraining, Leitern, Tabatas, Stapper und vieles mehr. Von 16 bis 36 Minuten pro Tag bei vier bis fünf Tagen die Woche ist der Aufwand des Programm recht überschaubar. Die Resultate – und da spreche ich in Woche 10 aus Erfahrung – sind wirklich beachtlich. Vor allem verglichen mit gewöhnlichem Studiotraining, was ich vorher für 18 Monate betrieben habe.

Leitern, Tabatas und Stapper

Leitern sehen vor, dass man zunächst eine Ausführung einer Übung macht. Die Zeit, die man hierfür benötigt, darf man im Anschluß pausieren. Dann folgen zwei Wiederholungen der Übung, wieder gefolgt von einer ebenso langen Pause. In Marks Programm geht man die Leiter bis zu vier Wiederholungen hinauf, dann wieder nach dem selben Muster herunter.

Tabatas gehen recht schnell. Jeweils 20 Sekunden Übungsausführung werden gefolgt von zehn Sekunden Ruhepause.

Stapper sind richtig fies, für 20 Minuten werden drei Übungen im Wechsel, möglichst ohne Pausen durchgeführt. Zum Beispiel 10 Ausfallschritte, 8 Let-me-ins und 6 Liegestütz.

Spätestens bei den Pausenregelungen wird klar, dass ein Training nur mit ordentlichem Zeitmesser funktionieren kann. Daher eignet sich vor allem die iPhone-App wunderbar. Die Timer lassen sich auch einzeln nutzen. Nach Beendigung eines Durchgangs klickt man einfach auf den Bildschirm, schon beginnt die Pausenzeit zu laufen.

Workout complete – great job!

You are your own gym - Workout History

Sobald man seine Workouts absolviert hat, kann man diese speichern und einsehen. Die Wiederholungsfunktion ist hingegen relativ unsinnig, da man auch einfach den Workout regulär auswählen und starten könnte.

Fazit

Nachdem ich fast zehn Wochen mit Yayog regelmäßig übe, kann ich tatsächlich deutliche Fortschritte feststellen. Chaturanga Dandasana fällt mir wesentlich leichter und auch bei Tolasana merke ich schon nach dieser kurzen Zeit meine verbesserte Kraft in Armen und Rumpf.

Leider muss ich bei einigen Übungen etwas improvisieren, beispielsweise weil unsere Türen nicht so stabil sind, wie ich es mit bei den Übungen wünschen würde. Auch ist nicht immer allein aufgrund der Beschreibung klar, wie eine Übung korrekt ausgeführt wird. Doch wozu gibt es Youtube.

Insgesamt und im Vergleich zu dem Geld (und der Zeit!), welches ich im Studio um die Ecke gelassen habe, kann ich das _You are your own gym_-Programm nur wärmstens empfehlen. Auch wenn ich es hoffentlich bald für die Yoga Chikitsa eintauschen kann, doch maximal 36 Minuten passen einfach ideal in meinen derzeitigen Feierabend.

31. Dezember 2011
von Stephan
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Activeyoga - Richtig viel Platz für Asana

Pascal war so nett und hat mir vor Weihnachten die Active Yogamatte zugeschickt, damit ich sie auf Herz und Nieren teste. Was würde sich besser dazu eignen, als ein Yamas-Review?

Das Problem

Yoga eignet sich für alle Menschen, egal ob groß ob klein, Mann oder Frau, alt oder jung. Wie der Rheinländer weiß: Jede Jeck is anders, was vor allem dann spannend wird, wenn man mit Quasi-Standards konfrontiert wird. Wie man eine passende Yogamatte auswählt, hat Diana ja vor einiger Zeit schon einmal thematisiert.

Bei einer Größe von 1,90 Metern reicht mir eine Standard-Yogamatte von etwa 1,80m nicht aus. Nun gibt es inzwischen nicht nur überlange Matten, sondern auch richtig große Matten, die quadratisch, praktisch und gut sind.

Die Active Yogamatte

Als Pascal von Fitsquare mich fragte, ob ich nicht mal Asana auf richtig viel Platz probieren wollte, habe ich natürlich sofort zugesagt. Auf dem Papier hörte sich die Matte schon berauschend an:

  • Die Active Yogamatte wird in Süddeutschland hergestellt.
  • Sie ist überdurchschnittlich rutschfest und sorgt für einen sicheren Stand und Körperkontrolle bei allen Übungen – also absolut tauglich für mein Anfänger-Ashtanga.
  • Durch die Übergröße muss man nicht die Hälfte der Übungen neben der Matte durchführen. Vor allem bei Asanas wie dem Krokodil zu empfehlen.
  • Auch kleine Kinder können dank Öko-Tex Standard (Produktklasse 1) auf der Matte krabbeln und auch strenge Gerüche bleiben dem Yogi erspart (besonders willkommen, wenn ich wieder mal Gesellschaft beim Yoga habe).
  • Die Matte eignet sich auch für alle anderen Arten der sportlichen Betätigung (8 Count Bodybuilders irgendwer?)
  • Sie hat eine sehr hohe Dichte für perfekte Federung, Standfestigkeit und Dämpfung für ein gelenkschonendes Training, ist sehr robust und pflegeleicht.

Größenvergleich dreier Yogamatten

Die Active Yogamatte im Test

Ich kenne keine andere Matte, die so groß ist, wie die Active Yogamatte. Glücklicherweise war im Wohnzimmer ausreichend Platz. Die Kinder haben die Matte sofort für sich als Spielteppich entdeckt, doch ich konnte sie erfolgreich zurückerobern.

Active Yogamatte und Yogitoes Handtuch

Die Matte hat zwei unterschiedliche Oberflächen. Während die eine Seite eine etwas gröbere Struktur aufweist, ist die andere fast schon klebrig. Das gibt jede Menge Halt auch bei schwitzigen Asanas. Dennoch bevorzuge ich mein Yogitoes-Handtuch auf der Matte. Da mir die 1,80m nicht immer lang genug sind, habe ich mein Handtuch quer gelegt. Das bringt zusätzlich den Vorteil, dass links und rechts je ein Kind mitturnen kann :-)

Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit

Solange sie nicht gebraucht wurde, lagerte die Matte unter dem Bett. Beim Ausrollen sind viele Matten gerne störrisch und bleiben teilweise eingerollt, doch die Active Yogamatte rollt sich auch ohne Gewaltanwendung vergleichsweise gut aus.

Die Produktionsbedingungen der Matte könnten vermutlich kaum besser sein, doch das hat auch seinen Preis: Fast 100 Euro werden (inklusive Versand) für die Matte fällig1
. Andererseits habe ich im Sanitätshaus auch schon einfachere und kleinere Matten für ähnliche Preise gesehen.

Satya – Die Wahrhaftigkeit

Mit 4,5mm Stärke ist die Matte nicht zu dick, um den Kontakt zum Boden zu verlieren. Sie ist aber auch keine Wohlfühlmatte, die zum Ausruhen einlädt. Im Gegenteil, Asana macht auf ihr richtig Spaß und auch anstrengende Übungsfolgen lassen sich dank der griffigen Oberfläche gut bewältigen.

Gestandene Yogis werden sicher nicht zu diese Matte greifen, aber die Vielseitigkeit abseits des Yoga ist sehr verlockend. Als Kinderspielteppich, Fitnessteppich oder als Unterlage beim Vajrasana (zum Fernsehen oder Lesen).

Asteya – Nicht-Stehlen

Aufgrund der Größe wird hoffentlich niemand auf die Idee kommen, die Matte mit zur Yogastunde zu nehmen. Die Reaktionen der anderen Kursteilnehmer wären allerdings zu spannend – vielleicht sollte ich es doch einmal probieren. Andererseits ist es auch faktisch unmöglich, dass jemand “aus Versehen” die Matte für seine hält und somit mitnimmt. Jedoch in begehrten Kursen und kleinen Räumlichkeiten stiehlt sie deutlich mehr Raum als jede andere Matte.

Brahmacharya – Die Reinheit

Keine toxischen Stoffe, unbedenklich selbst für Babys – für eine Yogamatte kann es nicht viel reiner werden. Säubern lässt sich die Matte einfach durch feuchtes Abwischen oder sogar Staubsaugen. In die Waschmaschine hingegen passt die Matte beim besten Willen nicht.

Hinabschauender Hund auf der Active Yogamatte

Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten

Seien wir ehrlich, niemand braucht eine solche Matte, um Yoga zu praktizieren. Aber sie bietet einen enormen Komfortgewinn für große Menschen, aber auch für Nachbarn. Wer keinen Teppich zur Dämpfung hat, kann den Nachbarn im unteren Stockwerk einen Gefallen tun, indem er die Active Yogamatte für sein Fitness-Training im Wohnzimmer nutzt.

Meine Yamas-Bewertung

Sinn des Yamas-Reviews ist es nicht vorwiegend, eine Empfehlung auszusprechen. Vielmehr möchte ich mich hierbei praktisch den Yamas nähern und sie zu begreifen versuchen, indem ich sie in meinen Alltag stärker einbinde. Alle Mitleser sind herzlich eingeladen, ihre eigene Einschätzung in den Kommentaren zu hinterlassen.

Insgesamt gebe ich der Matte 3 Yamas.
Was würdest du geben?

Yamas-Wertung für Die Active Yogamatte
Richtig viel Platz für Asana mit 1,80 Metern im Quadrat
Ahimsa4 Oms
Satya3 Oms
Asteya4 Oms
Brahmacharya4 Oms
Aparigraha1 Oms
Gesamtwertung3 Oms

1 Wer via Facebook oder Twitter seinen Freunden von der Matte erzählt, erhält übrigens 5% Rabatt.

2. November 2011
von Stephan
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Ein Yogi liest: Haruki Murakamis Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich meinen ersten Murakami lese. Heute habe ich also Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt von Haruki Murakami ausgelesen.

Japanische Autoren sind anders

Murakami war der erste japanische Autor, den ich gelesen habe. Neben den vielen Engländern, Deutschen, Amerikanern, Russen und natürlich diversen anderen Meistern der Erzählkunst, die ich bislang lesen durfte nimmt Murakami eine Sonderstellung ein. Ob es daran liegt, dass Japaner ihre Geschichten auf andere Art und Weise erzählen, kann ich noch nicht sagen. Insgesamt war ich jedoch von der Erzählweise gefesselt und begeistert.

Willkommen im Wunderland

Wie der Titel des Romans andeutet, gibt es zwei Handlungsstränge an zwei Orten, einen im großen und lauten Tokyo (Hard-boiled Wonderland) und an einem dem Nirvana ähnelnden Endzeitdorf (dem Ende der Welt). Ein durchschnittlicher Mann mit der Fähigkeit, Daten ohne Computer und nur in seinem Gehirn zu verschlüsseln, steht im Mittelpunkt des Geschehens und wird von allerlei merkwürdigen Gestalten umringt.

Da sind zunächst ein dickes, junges Mädchen mit einer Vorliebe für Rosa. Eine Bibliothekarin, ein genialer aber etwas skrupelloser Professor, ein anonymes System gegen welches sich andere Gesichtslose auflehnen, ein Taxifahrer mit einer Vorliebe für junge Fahrgäste, Schwarzlinge, die unter der Erde leben und jede Menge Einhörner.

Yamas-Review

Da Hard-boiled Wonderland eine vielschichtige Erzählung ist, eignet sie sich vortrefflich für etwas, was ich seit langem vorhabe: dem Yamas-Review.

Die Yamas sind so etwas wie die zehn Gebote des Yoga, da liegt es doch nahe, die Dinge die wir täglich tun und die uns Freude bereiten hinsichtlich ihrer Passung hinsichtlich der Yamas zu überprüfen.

Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit

Murakami schreibt wie für kleine Jungs im großen Manne. Er erzählt das Abenteuer eines Mannes, der parallel in zwei Welten unterwegs ist. Dabei stoßen ihm auch viele spannende und vor allem gewaltsame Dinge zu. Zwar ist Murakami kein Steven King und schockt seine Leser nicht – sein Metier sind eher die philosophisch leisen Zwischentöne, die allesamt entdeckt werden wollen – doch in diesem Buch fließt reichlich Blut, wenn auch zumeist nur als Bericht wie grausam die eine Partei mit der jeweils anderen umgeht.

Satya – Die Wahrhaftigkeit

Die Geschichte wird sehr geradlinig erzählt. Obwohl der Leser nicht an der Nase geführt wird, fügen sich die Puzzleteile der Geschichte erst nach und nach zusammen. Auch die namenlos Hauptperson ist trotz ihrer charakterlichen Zweifelhaftigkeiten weitaus wahrhaftiger als man zunächst annehmen würde.

Asteya – Nicht-Stehlen

Besonders zum Ende des Romans hin tritt Asteya mehr und mehr in den Vordergrund. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten.

Brahmacharya – Die Mäßigung

Weder die Hauptperson noch die Bibliothekarin in Tokyo sind sonderlich gemäßigt. Während er eine ungebremste Leidenschaft für ausgedehnte Einkaufstouren hat, verfügt sie über eine Magenerweiterung und ißt ales andere als gemäßigt.

Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten

Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten. Während am Ende der Welt Aparigraha sehr ausgeprägt scheint, ist es in Hard-boiled Wonderland nicht der Fall. Für seine ausgedehnten Shopping-Touren hat sich der Erzähler beispielsweise extra ein Auto zugelegt.

Die Yamas-Bewertung

Sinn des Yamas-Reviews ist es nicht, eine Empfehlung auszusprechen. Vielmehr möchte ich hierbei praktisch mich den Yamas nähern und sie zu begreifen versuchen, indem ich sie in meinen Alltag stärker einbinde. Alle Mitleser sind herzlich eingeladen, ihre eigene Einschätzung in den Kommentaren zu hinterlassen (keine Angst, wenn ihr das Buch nicht kennt, es sollen noch viele andere Yamas-Reviews folgen).

Insgesamt gebe ich dem Roman noch 3 Yamas.
Was würdest du geben?

Yamas-Wertung für Haruki Murakamis Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt
Ein spannender Roman, der gekonnt Unterhaltung mit hintergründig philosophischen Gedanken verbindet
Ahimsa2 Oms
Satya4 Oms
Asteya3 Oms
Brahmacharya1 Oms
Aparigraha2 Oms
Gesamtwertung3 Oms

Michael Gannons iPhone-App für Ashtanga

9. September 2011
von Stephan
Keine Kommentare

Michael Gannons iPhone-App für Ashtanga

Für alles gibt es eine App, natürlich auch für Yoga. Genauer gesagt gibt es zahlreiche Apps für Yoga, doch jetzt gibt es die erste Ashtanga-App. Natürlich habe ich mir die Version 1.0 mal genauer angesehen.

Michael Gannon macht Yoga

Zugegeben, ich hatte von Michael Gannon vor der App noch nie etwas gehört, aber ich bin ja auch nur ein Feierabendyogi. In seiner Kurzbiografie erfährt man, dass er das traditionelle Vinyasa-System des Ashtanga unterrichtet. Er wurde 2001 von Sri. K. Pattabhi Jois als Lehrer authorisiert, also ist er sicherlich ebenso geeignet, Ashtanga Yoga in die Welt zu tragen wie Kino, David oder Scott.

Ashtanga als App

Für 2,39 Euro bekommt man im deutschen iTunes-Store die iPod/iPhone/iPad-App Ashtanga Yoga with Michael Gannon. Die App ist mit über 100 Megabyte nicht gerade klein, aber sie beinhaltet auch zahlreiche hochauflösende Photos. Zwei kurze (beide unter vier Minuten) Videos zur Einführung in Ashtanga für komplette Anfänger sorgen für einen guten Start, doch der eigentliche Inhalt ist die komplette erste Serie, oder auch Primary Series oder Yoga Chikitsa genannt.

Jede Asana wird in mehreren Bildern dargestellt und auch in knappen Worten beschrieben. Ein Audiokommentar, wahlweise für Anfänger oder Fortgeschrittene soll das Üben mit der App ermöglichen, doch dazu später mehr.

Eine gute Idee

Als angehender Ashtangi beginnt man mit der ersten Serie und ist zunächst damit beschäftigt, alle Asanas zu erlernen. Dabei ist es hilfreich, auf eine saubere Ausrichtung zu achten, die Abfolge der Positionen erlernt man nebenbei. Natürlich ist es nett, die Namen der Positionen zu kennen, doch das ist nebensächlich.

Im Grunde wäre es ja eine gute Idee, wenn man einfach morgens (oder wie ich dann eher abends) das iPhone/iPad/iPod neben die Matte legt, die Lautstärke hochregelt und von “Vande gurunam” bis Savasana eine (englischsprachige) geführte Primary Series zu üben, doch das klappt leider nicht.

Und hier wird es enttäuschend

Besonders ein Punkt sorgt leider dafür, dass die App in Version 1.0 für mich völlig ungeeignet ist, um damit zu üben:

Die Beschreibungstexte sind knapp gehalten

Die Slideshow mit dem Audiokommentar geht – auch im Vollbildmodus – von selbst in den Ruhezustand. Natürlich könnte man den Ruhezustand generell ausschalten, doch ist das für eine solche App, deren Hauptfunktion die Präsentation von Photos und einer Tonspur ist, eigentlich selbstverständlich selbst zu übernehmen.

Der einzige Nutzen der Ashtanga- App von Michael Gannon liegt für mich also derzeit1 im Nachschlagen von Asanas. Die Photos sind zwar recht nett, lassen sich aber nicht vergrößern, was auf einem iPhone schon wünschenswert wäre. Der Beschreibungstext ist auch derart knapp, dass höchstens erfahrene Yogis daraus ableiten können, wie die korrekte Ausrichtung in einer Asana ist bzw. worauf geachtet werden sollte. Der Audiokommentar ist als solches wenig hilfreich, da er nicht als Nachschlageinfo sondern als geführte Asana-Folge konzeptioniert ist.

Was auch nett wäre

Da ich einmal die App gekauft habe, wünsche ich mir natürlich, dass die oben genannten Punkte baldmöglichst behoben werden. Doch weiterhin gibt es noch ein paar andere Verbesserungen, die mich freuen würden:

  • Während der Videos sollte die App die Rotation der Inhalte unterstützen. Leider sehe ich auch die Einführungsvideos nur im Hochformat.
  • Es wird in der gesamten App kein Wort über den achtgliedrigen Pfad verloren, so dass Anfänger davon ausgehen, Ashtanga wäre nur eine weitere Form des Vinyasa.
  • Eine eigene Zusammenstellung der Asana-Slideshow wäre, sofern sie sich für die Praxis auf der Matte eignen würde, großartig. So könnte ich zum Beispiel nur die Standpositionen und dann die Abschlußsequenz üben, und könnte meine eigenen Short Forms nutzen.
  • Spätestens seit John Scott bin ich ein Freund der traditionell gezählten Asanas (ekam, dve, trini …), so dass ich diese in einem gesonderten Audiokommentar für Fortgeschrittene erhoffen würde.

Uneinheitliche Schreibweise oder Tippfehler?

Die vorhandenen Tippfehler (oder soll der Nutzer nur merken, dass unterschiedliche Schreibweisen üblich sind?) dürften meinetwegen auch gerne entfernt werden. Doch hiervon gibt es in der Tat nicht so viele, da wiegen andere Dinge weitaus schwerer.

Braucht man die Ashtanga-App von Michael Gannon?

So sehr ich die App mögen möchte, da sie die einzige Ashtanga-App für die Apple-Welt ist, so sehr bin ich enttäuscht, für 2,39 Euro lediglich ein paar Photos und (für mich) wertlosen Audiokommentar von Michael Gannon zu erhalten.
Sollte es in Zukunft Updates geben, die den Schlafmodus des iPhones außer Kraft setzen, würde ich meine Empfehlung nochmals überdenken, doch so lasst lieber die Finger davon (es sei denn, ihr möchtet regelmäßig die Einstellungen des iPhones ändern).

Der vorzeitige Standby macht diese App leider ungeeignet, um das iPhone während der eigenen Praxis neben meine Matte zu legen.

1 Ich hoffe ja tatsächlich, dass ein Update Bilder der Vinyasas zwischen den Asanas beinhaltet und den Ruhezustand deaktiviert.