Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

Ab sofort dabei: Die Anderen und Ich

| 3 Kommentare

Mein Yoga liegt trotz der angenehmen Temperaturen derzeit etwas auf Eis. Damit hier im Blog nicht Funkstille herrscht, habe ich in einer Redaktionssitzung mit mir selbst beschlossen, das Themenspektrum hier ein wenig zu erweitern.

Ab sofort gibt es eine neue Kategorie namens Die Anderen und Ich, in welcher ich in Anlehnung an die Yamas mich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel auseinandersetze. Für mich ist dieses Thema eine logische Folge (oder ist es eher eine Voraussetzung?) für einen yogischen Lebensstil, alles andere ist nur Gymnastik.

In diesem Sinne versuche ich mich mal an einem kurzen Überblick, was ich mit Nachhaltigkeit verbinde. In erster Linie geht es hier um Konsum.

Nachhaltigkeit liegt im Trend

Im Zeitalter der Resourcenknappheit taucht das Wort Nachhaltigkeit inzwischen überall auf. Unsere Finanzwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Stromerzeugung, Mode, Tourismus — alles gibt es konventionell und eben auch nachhaltig. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Doch was bedeutet es wirklich, nachhaltig zu sein? Zur gleichen Zeit wie der Begriff der Nachhaltigkeit haben auch das neudeutsche Corporate-Social-Responsibility (kurz: CSR) und auch Greenwashing Einzug in unsere Sprache gehalten.

Uns Endverbrauchern schlagen immer mehr schlaue Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vor, nachhaltig zu konsumieren. Für viele Menschen ist dies eine enorme Herausforderung, da nicht immer klar ist, was denn nun nachhaltigen von klassischem Konsum unterscheidet.

Weniger ist mehr ist nachhaltiger?

Grundsätzlich könnte man sagen, dass das Geheimnis nachhaltigen Konsums in der Beschränkung liegt (was auch das Aufkommen der Minimalismus-Bewegung erklären hilft). Die Rechnung ist einfach:

Wer weniger Dinge benötigt, verbraucht weniger Rohstoffe.

Doch wenn wir alle weniger konsumieren, was passiert dann mit den Herstellern, die somit weniger Arbeit haben und damit ihrerseits ihre Produktion anpassen müssen? Kann Konsumverzicht (oder zumindest Konsumeinschränkung) nachhaltig erfolgreich sein?

Leben bedeutet Konsum, ganz ohne geht es nicht. Aber so wie bisher geht es auch nicht weiter, das hören wir inzwischen bei jeder Gelegenheit. Doch wenige Aufgaben sind so schwierig, wie das eigene Verhalten zu ändern. Das muss jedoch nicht sein, denn auch mit kleinen Schritten lässt sich eine Menge erreichen.

Was kann ich tun?

Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit ein riesiges Thema ist, das für jeden Einzelnen unüberblickbar ist. Doch es reicht bereits, wenn jeder von uns nur einen kleinen Beitrag leistet und sich zumindest in einem alltäglichen Thema bewußter bewegt.

Ein paar Beispiele:

  • Ein reduzierter Fleischkonsum sein, bei dem man statt mehrmals täglich Fleisch und Wurst zu essen, dieses eben nur noch zwei oder dreimal in der Woche zu sich nimmt.
  • Statt typischer Modebekleidung aus Fernasien kann man öfter auf lokal produzierte Shirts und Hosen umsteigen.
  • Das eigene Girokonto beim Weltkonzern, der Nahrungsmittelspekulation und Investitionen in Rüstungsunternehmen tätigt, kann man ganz einfach zu einer lokalen Bank oder Sparkasse umziehen.

Lokal (und täglich) bewusst handeln

Think globally, act locally

Das Motto “Think globally, act locally” fasst es für mich sehr passen zusammen, wie man sich täglich verhalten sollte. In allen Lebensbereichen haben wir täglich die Chance, unsere Welt ein bißchen besser zu machen, als sie heute schon ist. Und wenn wir sie nicht besser machen können, dann sollten wir wenigstens dafür sorgen, dass sie nicht schlechter wird.

In den kommenden Wochen werde ich mich mit unterschiedlichen Aspekten des Alltags, von Ernährung über Mode bis zu Reisen, Wohnen und Sport auseinandersetzen und überlegen, wie ich mein Leben nachhaltiger für mich und die Anderen gestalten kann. Alle meine Mitleser sind herzlich zum Mitmachen eingeladen!

Stephan ist der Feierabendyogi

Author:

Stephan ist der Feierabendyogi. Er hat 2007 als Berg angefangen und nutzt derzeit seinen Feierabend dazu, Fortschitte in der Yoga Chikitsa zu machen. 2013 ist alles anders, denn er ist auf dem Weg in die Selbstständigkeit, um den Alltag zahlreicher Yogalehrer angenehmer zu machen.

3 Kommentare

  1. “alles andere ist nur Gymnastik”

    Teil eines yogischen Lebensstils sollte auch sein, sich nicht arrogant über andere Arten des Praktizierens auszulassen.

    “alles andere ist nur Gymnastik” ist auch nur eine andere Formulierung für “mein Yoga ist besser als Deins”. Diese Geisteshaltung ist eigentlich bloß egoistisch bzw. politisch…

    Ich bin enttäuscht.

  2. Hallo Do,

    vielen Dank für deine Einschätzung und es tut mir leid, wenn ich dich enttäuscht habe. Allerdings bleibe ich dabei, für mich ist es eine yogische Lebensweise (!) nur dann, wenn sie nicht nur Asana beinhaltet, sondern auch Yama/Niyama. Die Abwesenheit von Yamas und Niyamas bedeutet aber nicht zwingend, dass die Praxis dadurch besser oder schlechter wird, es ist eben – für mich – kein Yoga.
    Und Gymnastik sehe ich sicher nicht als minderwertig an oder benutze es als Bezeichnung für mangelnde Qualität.

    Klar, jetzt kann man argumentieren, alles sei Yoga. Doch irgendwie gefällt mir persönlich das gar nicht. Vielleicht bin ich bzw. meine Weltanschauung dadurch ja tatsächlich egoistisch und politisch. Mir scheint es jedoch recht menschlich zu sein, bisweilen auch egoistisch und politisch zu sein. Und ich bin gerne ein Mensch. Mit allen Fehlern. Bis (vielleicht) die Erleuchtung mich eines besseren belehrt.

    Ich hoffe, dass ich klarstellen konnte, dass jemand, der sich um Yamas und Niyamas nicht kümmert, trotzdem enorm von seiner Praxis profitieren kann und diese vielleicht auch Yoga nennt. Das bedeutet aber nur, dass wir ein unterschiedliches Verständnis haben, was nicht “besser” oder “schlechter” sein muss. Aber es ist anders, und das muss man thematisieren dürfen, daher bin ich dir für deinen Kommentar dankbar.

  3. Ich find das super :-) Herzliche Grüße Doris
    und ja ich finde auch, dass yoga ohne yamas und niyamas gymnastik ist. gymnastik ist ok. ich sage zb immer, ich mache sport, und ich mache yoga..

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