Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

Die Ashtanga Primary Series - Yoga Chikitsa

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In diesem Blog schreibe ich häufig über die Erste Serie, Primary Series oder auch Yoga Chikitsa. Für alle eingeweihten Ashtanga-Anhänger ist mit diesen Worten schon alles klar, doch sobald man den Kreis der Mysore-Jünger verlässt, dürfte der Begriff eher wenigen Menschen etwas sagen. Dieser Beitrag soll etwas Aufklärung bringen.

Etwas Ashtanga-Hintergrund

Die meisten moderne Yoga-Stile lassen sich auf Krishnamacharya zurückführen. Wesentliches Merkmal ist das Vinyasa, die fließende Kombination von Asanas untereinander. Das trifft auch auf Ashtanga zu. Ursprungsort dieses Stils ist Mysore in Indien und Sri K. Pattabhi Jois, ein Schüler Krishnamacharya, gilt als Begründer dieses Richtung.

Ashtanga Yoga bezeichnet allerdings nicht nur das Vinyasa Yoga, sondern auch den achtgliedrigen Pfad, der zur Befreiung bzw. Erleuchtung des Geistes führen soll.

Die Primary Series

Ashtanga Yoga ist stark durch die englische Sprache geprägt, daher ist der Begriff der Primary Series eigentlich am häufigsten anzutreffen. Als Yoga Chikitsa (deutsch: Yoga Therapie) bezeichnet man eine feste Abfolge von Asanas (Körperpositionen).

Es beginnt immer mit Surya Namaskara (den Sonnengrüßen) in zwei Varianten. Beide Variationen werden typischerweise fünfmal geübt.

Anschließend folgen 18 Standpositionen, die ebenso wie die Sonnengrüße fließend geübt werden. Prinzipiell wird bei jedem Atemzug die Position gewechselt. Sobald man in der eigentlichen Übungsposition ist, wird die Asana für etwa fünf Atemzüge gehalten.

Bei 35 sitzenden Positionen kommt dasselbe Prinzip zum Einsatz. Es wird zwischen Full Vinyasa oder Half Vinyasa unterschieden. Half Vinyasa bedeutet, dass nach jeder Asana ein halber Sonnengruß geübt wird, bei Full Vinyasa sogar nach jeder Seite, wenn zum Beispiel linke und rechte Seite in einer Asana separat geübt werden.

Jede Sitzung sollte mit der Schlußsequenz beendet werden. Am Ende der 16 Übungen steht Shavasana – die Tiefentspannung. Aber auch Kopfstand und der Lotossitz gehören hierzu.

Wie übt man das?

Üblicherweise beginnt man mit den Sonnengrüßen und “erarbeitet” sich seine Asanas im Laufe der Zeit. Der Lehrer gibt eine weitere Asana an den Schüler, sobald er die bestehende Sequenz (einigermaßen) ordentlich ausführen kann. Allerdings sind die einführenden Standpositionen wie auch die Abschlußsequenz immer Bestandteil der Übung.

Unterricht im Ashtanga Yoga erfolgt häufig im sogenannten Mysore-Stil. Im Gegensatz zu einer Led Class (geführte Stunde) richtet sich in einer Mysore-Klasse jeder Schüler nach seiner eigenen Geschwindigkeit, man kann sogar früher gehen oder später kommen, wenn es der eignen Praxis entspricht. Ein Lehrer unterstützt und leistet Hilfestellung je nach Stand und Fortschritt jedes einzelnen Schülern. Auch die geübten Asanas können variieren. Während manche Schüler vielleicht alle Asanas üben, lassen Anfänger herausfordernde Positionen vorerst aus.

Wie lange dauert das?

Traditionell wird Ashtanga-Yoga täglich geübt, so dass auch die Primary Series jeden Tag geübt wird. Ausnahmen von der körperlichen Praxis sind jeweils ein Tag in der Woche (typischerweise Samstag) sowie die Voll- und Neumondtage. Diese Tage sind z.B. für das Studium der Schriften reserviert.

Wer die gesamte Primary Series üben möchte, muss etwas Zeit einplanen, vor allem als Full Vinyasa. In verschiedenen DVDs kann man für die gesamte erste Serie in etwa zwischen einer guten Stunde (wie bei Sharath) und beinahe zwei Stunden (wie bei David) einplanen. Als Anfänger kann sie sogar noch länger in Anspruch nehmen. In der Regel sollte man gerade zu Beginn eher gute zwei Stunden einplanen, da die Tiefentspannung ebenfalls berücksichtigt werden sollte.

Und was dann?

Wenn man die erste Serie sicher beherrscht, kann man sich den folgenden Asana-Folgen zuwenden. Neben der Ersten Serie gibt es noch eine Intermediate Series sowie vier Advanced Series. Allerdings scheint dies je nach Lehrer bzw. historischem Kontext leicht zu variieren. Wichtig zu wissen ist, dass man auch sein gesamtes Leben nur die Yoga Chikitsa üben kann, ohne zur Intermediate oder gar Advanced Series überzugehen.

Stephan ist der Feierabendyogi

Author:

Stephan ist der Feierabendyogi. Er hat 2007 als Berg angefangen und nutzt derzeit seinen Feierabend dazu, Fortschitte in der Yoga Chikitsa zu machen. 2013 ist alles anders, denn er ist auf dem Weg in die Selbstständigkeit, um den Alltag zahlreicher Yogalehrer angenehmer zu machen.

3 Kommentare

  1. Dein Artikel macht richtig Lust auf die Primary Series. Asthanga wirkt frei und herausfordernd auf mich. Schön finde ich auch, dass es “Up or out” gibt, wie der Berater zu sagen pflegt :) – sondern man zufrieden in einer Serie verweilen kann.

    Wünsch’ Dir einen schönen Sonntag und eine wohltuende Übung heute!

    LG

    Tim

  2. Diese Woche habe ich die Primary Serie das erste Mal im Mysore-Stil geübt. Dafür habe ich mich in einem Park mit ein paar Freunden getroffen und jeder hat die Übungen in seinem Rhytmus gemacht. Das hat wirklich Spaß gemacht :-)
    Wie oft kommst du denn dazu die Erste Serie zu üben?

  3. Erwischt ;-)
    Ich muss zugeben, ich hab es noch nicht einmal komplett durch die erste Serie geschafft. Hauptsächlich liegt es an der fehlenden Zeit und Muße und weil ich die Serie “Stück für Stück” erarbeite. Die stehenden Asanas versuche ich täglich, in Kombination mit ein paar Abschlußasanas. Wenn es hoch kommt, dann komme ich bis zu den Marychiasanas und dann Abschluß.

    Vielleicht schaffe ich es im Laufe des Jahres ja (endlich), mal die gesamte Yoga Chikitsa an einem Stück zu machen.

    Übrigens: Freut mich, dass es dir Spaß gemacht hat. Mysore Style finde ich ein faszinierendes Konzept.

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