Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

FA!R 2012 - Socialfunders oder CSR im Web 2.0

| 3 Kommentare

Je mehr Kunden auch nachhaltigen Konsum achten, desto mehr rückt das Thema auch bei großen (und kleinen) Unternehmen in den Fokus. Natürlich unterstützen zahlreiche große Firmen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility (CSR – zu deutsch: Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) heute schon eine Vielzahl von Projekten – von Spendenmarathons für indische Straßenkinder bis hin zu Tombola-Preisen für die lokale Kindertagesstätte.

Im Zuge der immer stärker verlangten Transparenz scheint es nun an der Zeit für eine stärkere Einbindung der Kunden in die Auswahl und Umsetzung von solchen Projekten. Particluate hat mit Socialfunders.de eine Plattform geschaffen, die es Unternehmen ermöglicht, Kunde in ihr gesellschaftliches Engagement einzubinden, indem sie Merkmale der Gamification mit etwas Kickstarter mischt. Die Macher habe ich auf der FA!R 2012 in Dortmund getroffen.

Socialfunders auf der FA!R 2012 in Dortmund

Ob es Karma war oder einfach Zufall, doch Stephan – der Feierabendyogi – trifft Stefan und Stefan in Dortmund, die mit Stephanie und Jannik (wie ist der denn da rein gerutscht?) und Stephan gemeinsam Socialfunders.de betreiben.

Wie funktioniert es?

Im Prinzip funktioniert Socialfunders ganz einfach. Man kauft bei einem Unternehmen Waren oder Dienstleistungen, zusätzlich erhält man SocialCoins. Diese haben einen realen Gegenwert, allerdings nicht für den Kunden selbst, sondern für gemeinnützige Projekte. Denn mit den Coins kann man sich auf einer Webseite des Unternehmens einloggen (oder auch ganz anonym bleiben) und dort entscheiden, für welches Projekt sich das Unternehmen engagieren soll. Dabei lassen sich auch die Coins zwischen mehreren Projekten aufteilen.

Socialfunders funktioniert nach einem einfachen Prinzip

Es darf getestet werden

Zur Zeit befindet sich Socialfunders in einer Testphase und arbeitet (noch) ausschließlich mit Living Responsible zusammen. Bei Living Responsible gibt es auch noch weitere Informationen über die Hintergründe der Zusammenarbeit.

Wer über SocialCoins verfügt, kann sich auf der Plattform anmelden und gleich ein Projekt aussuchen, für dass er gerne etwas spenden möchte. Je nachdem, wie das Unternehmen sich engagiert, sind hier lokale oder globale Projekte zu finden. Bereits jetzt in der Testphase gibt es direkt um die Ecke (das Rheinland ist ja fast nebenan) oder auch in Afrika und Indien Projekte, die es zu unterstützen gilt.

Meilensteine und Statistik

Social Coins können für Projekte gespendet werden

Jedes Projekt verfügt über Meilensteine, die erreicht werden, sobald genügend Coins gespendet wurden. Dann erhält das Projekt auch die eigentliche finanzielle Zuwendung. Eine kleine Box liefert Statistiken darüber, wie viele Menschen schon wie viele Coins gespendet haben und wie viele noch benötigt werden.

Es ist wirklich simpel, meine eigenen Coins für ein Projekt zu spenden. Auch wenn ich anonym agieren möchte, kann ich meinen Gutscheincode einfach eingeben, und meine 100 oder gar 1000 Coins auf ein oder mehrere Projekte aufteilen. Falls nicht alle Coins ausgegeben werden, kann ich auch anonym mit meinem Code später noch den Rest verteilen.

Ein guter Anfang

Wer bereits Kickstarter und Kiva kennt, wird sich mal mehr an die eine, mal mehr an die andere Plattform erinnert fühlen. Insgesamt ist der Mix sehr gelungen, sogar eine Blog-Funktion gibt es für die einzelnen Projekte.

Socialfunders ist der erste Ansatz, den ich sehe, der Konsumenten und Unternehmen gemeinsam in einem sozialen Engagement begleitet. Während ich bei Kiva vielleicht mal fremdes Geld spenden kann, ist hier keine wirkliche Beziehung zwischen mir und dem Geldgeber. Bei Socialfunders kann ich hingegen “meinem” Unternehmen sagen, wo ich seine Aktivität gerne sehen würde.

Es gibt sicher noch zahllose offene Fragen, zum Beispiel was passiert mit Coins, die Kunden nicht einlösen? Engagiert sich das Unternehmen dann weniger als geplant für soziale Projekte? Was passiert mit Projekten, die nicht genügend Unterstützer bekommen? Wäre es nicht besser, gezielt als per Gießkannenprinzip zu spenden? Zusätzlich gibt es auch mindestens ebenso viele weitere Möglichkeiten und Chancen.

Wichtig ist jedoch, dass diese Diskussion in der Mitte der Gesellschaft ankommt und auch diejenigen erreicht, die sonst mit solchen Themen nicht in Berührung kommen.

Mitmachen? Die ersten 3 Kommentare gewinnen!

Dank Stefan von Particulate habe ich drei Social Coins-Gutscheine, die ich an die ersten Kommentatoren hier verschenken kann. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen, wie CSR und Web 2.0 in Zukunft Hand in Hand gehen können.
Einfach einen Kommentar mit “Ich will” hinterlassen und ich schicke euch den Code per E-Mail zu.

Was haltet ihr sonst von der Idee einer solchen Plattform für Unternehmen? Würdet ihr da mitmachen? Wäre das eventuell sogar etwas für ein Yogastudio?

Stephan ist der Feierabendyogi

Author:

Stephan ist der Feierabendyogi. Er hat 2007 als Berg angefangen und nutzt derzeit seinen Feierabend dazu, Fortschitte in der Yoga Chikitsa zu machen. 2013 ist alles anders, denn er ist auf dem Weg in die Selbstständigkeit, um den Alltag zahlreicher Yogalehrer angenehmer zu machen.

3 Kommentare

  1. Interessantes Konzept, würd ich mir gerne mal ansehen. Also “ich will” :-)

  2. Hey Stephan,

    vielen Dank für das nette Gespräch während der FA!R in Dortmund und ein größerer Dank für diesen SUPER Beitrag über uns. Es freut uns, dass dir Socialfunders so gut gefällt wie uns. Wir halten dich gerne auf dem Laufenden zu unseren neusten Entwicklungen. Btw 29.09.-30.09. kann man uns auch in Köln bei TheMarket persönlich kennenlernen und unser Test der Plattform geht in die nächste Runde.

    Natürlich möchte ich keine SocialCoins für diesen Eintrag erhalten. Also an alle Blogleser, her mit euren Kommentaren zur Idee und Umsetzung unserer Plattform (http://livingresponsible.socialfunders.de).

    Viele Grüße
    Einer der vielen Stefans ;)

  3. Hallo Sephan, mal wieder ein toller Beitrag! Interessant für mich, da ich zum einen mit meinem Mann ein kleines soziales Projekt in Indien aufgebaut habe und zum anderen Unternehmerin bin. Und neugierig bin ich auch, also “Ich will” auch Social Coins. :)
    Beste Grüße Caro

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