Im Yoga meint Santosha Zufriedenheit. Das Niyama ist nicht zu verwechseln mit einer hedonistischen, also nach Vergnügen strebenden, Grundeinstellung, sondern eher als Genügsamkeit, im positiven Sinne.
Kurz vor dem bevorstehenden Wochenende stelle ich fest, dass ich in den letzten Tagen reichlich wenig Santosha nach außen gezeigt habe. Wie viele andere Menschen auch habe ich ordentlich über andere (vornehmlich solche, die vermeintlich ihre Arbeit nicht richtig erledigen) geschimpft, mich geärgert und insgesamt wohl meine eigene Lebensqualität eher verringert.
Häufig beobachte ich mich, wie ich mich sehr erfolgreich in bestimmte Verhaltensmuster hineinsteigern kann, so auch beim Schimpfen und Meckern. Sicherlich ist es – in Maßen – richtig und wichtig, “Dampf” abzulassen und nicht alles in sich hineinzufressen. Es dürfte jedoch auch richtig sein, dass sich viele negative Aussagen mitunter verstärken und dafür sorgen, dass man als Gefangener seiner eigenen kleinen (und womöglich konstruierten) Welt endet.
Swadhyaya, also das Selbststudium (ebenfalls eines der Niyamas), versuche ich morgen, als Einstimmung auf das Wochenende, für einen Tag lang. Mal sehen, ob ich in der Lage bin, den ganzen Tag lang mich über nichts verbal zu ärgern, zu meckern oder zu schimpfen.
Das wird eine große Herausforderung, denn wenn die Kinder am Morgen wieder trödeln, der Kollege am Telefon mich sicherlich nicht verstehen will, die Bahn schon wieder Verspätung hat und das Wetter nun wirklich zu wünschen übrig lässt, dann muss man auch mal Tacheles reden dürfen. Satya – die Wahrheit – muss doch raus. Allerdings nur dann, wenn sie angenehm ist, nicht aber um jeden Preis.

Keine Kommentare
Keine Kommentare→