Einen Monat vor Weihnachten habe ich von den netten Menschen bei Yogistar eine Yogamatte eco deluxe für einen Test erhalten. Um die alte Tradition der Yamas-Reviews wieder aufzugreifen, wird diese Rezension der dritte Beitrag der Reihe.
Die Yogistar Yogamatte eco deluxe

Etwas weniger als 2 Kilogramm Naturgummi in blau und anthrazit bringt die ökologische Yogamatte von yogistar auf die Waage. Die Pressemitteilung berichtet über die Matte:
Ein Hauch von Luxus im Einklang mit natürlichen Ressourcen für eine nachhaltige Yogapraxis, das ist das Konzept der yogimat eco deluxe aus reinem Natur-Kautschuk.
Meine Feierabendasanas habe ich bislang entweder auf einer Standardmatte oder meiner überlangen Ashtanga-Matte, abwechselnd mit oder ohne Yogitoes Skidless bzw. Yogateppich absolviert. Die Matten selbst waren meist zu Beginn der Übung schön griffig, wurden durch Schweiß aber mitunter recht rutschig. Das Handtuch und der Teppich hingegen wurden erst nach einiger Zeit recht griffig und boten zu Beginn der Asanas immer wenig Halt.
Die eco deluxe habe ich bewusst ohne Auflagen, also ganz pur, getestet. Ich wollte wissen, wie sie sich im Alltag schlägt, von ruhigeren Flows bis zur schwitzigen Serie oder bei ganz normaler Gymnastik.
Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit
Um die Matte herzustellen, mussten keine Tiere sterben. Allerdings gibt es zahlreiche Menschen, die unter einer Latex-Allergie leiden – all jenen dürfte die Matte wenig Freude bereiten. Zum Glück gehöre ich anscheinend nicht zu den Betroffenen. Doch ist die Matte besonders zu Beginn unserer Beziehung etwas anrüchig gewesen, doch dazu später.
Besonders gefällt mir, dass ich keine Gewalt anwenden muss, um sie zu bändigen. Wo meine anderen Yogamatte gerne bockig und gewellt blieben, liegt die eco deluxe immer platt auf dem Boden. Auch wenn sie ein paar Tage gerollt war, sie scheint überhaupt nicht nachtragend und entrollt sich immer vollends. So platt wie eine Flunder liegt sie auf dem Boden.
Da wir Parkett haben, rutschen anderen Matten (und gerne auch mein Yogitoes-Handtuch) während der Praxis mitunter auch mal ein kleines oder auch größeres Stückchen. Ganz anders diese Matte; sie bleibt dort, wo man sie hinlegt. Interessanterweise scheint mir aber der Parkett an der Stelle, wo sie seit einer Woche liegt, inzwischen ganz schön glatt.
Satya – Die Wahrhaftigkeit
Asana macht richtig Spaß mit dieser Matte. Vom ersten Moment an fühlt es sich an, als wären Hände und Füße mit der Matte verschmolzen. An ein Wegrutschen ist nicht zu denken. Wie Spiderman fühle ich mich in Adho Mukha Svanasana und kann mich ganz auf die Asana konzentrieren.
Mit einem Teppich als Untergrund habe ich die Matte nicht ausprobiert. Ich glaube aber auch nicht, dass die Matte dann ihre Stärken richtig ausspielen kann. Im Gegenteil – ihre Anhänglichtkeit bezieht sich nicht nur auf Parkett, sondern auch auf Flusen, Staub und Schweiß.
Bereits nach wenigen Tagen sah die Matte ordentlich gebraucht aus. Helle Flecken sind an den Stellen zu sehen, wo Hände und Füße besonders oft in Mattenkontakt kommen. Mich persönlich stört es nicht, ich sehe es eher als Beleg meiner Übungsfreudigkeit.
Asteya – Nicht-Stehlen
50 Euro für eine Yogamatte ist nicht wenig, aber auch nicht auffällig viel. Wie langlebig die Matte auch nach Monaten intensiver Nutzung noch ist, kann ich heute noch nicht sagen, aber ich bin aufgrund der Oberflächenstruktur etwas skeptisch. Da es meine erste Gummimatte ist, werde ich vermutlich im Sommer noch einmal auf das Thema zurückkommen und berichten.
Brahmacharya – Die Reinheit
Auch, wenn es eher etwas für das Niyama Shauca wäre, aber frisch aus der Packung genommen stinkt diese Matte zum Himmel! Womöglich gibt es irgendwo Kenner, die diesen intensiven Gummigeruch mögen, doch in unserem Schlafzimmer fanden wir den Geruch eher fehl am Platz. Es dauert ein paar Wochen, bis sich der Gestank in einen leichten Geruch gewandelt hat. Vielleicht lässt sich das durch ordentliches Auslüften über der Wäscheleine beschleunigen.
Ich kann nicht empfehlen, die Matte bereits am ersten Tag in einen Kurs mitzunehmen. Nach etwa einem Monat war der Geruch nur noch in Mattennähe zu merken, dann kann man sie auch ohne Risiko mitnehmen.
Dank des Gummi habe ich eine wertvolle Lektion über mich selbst gelernt: Der Geruch färbt auch nach Wochen noch auf Hände und Füße ab. Noch nie habe ich so schmerzhaft erfahren, wie oft ich meine Hände in Nasennähe bringe. Ohne die Finger ordentlich gewaschen zu haben, war es unmöglich diese in Mund zu stecken, um zum Beispiel etwas Joghurt abzulecken – der Geschmack ist scheußlich.
Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten
Mit den Standardmaßen 61cm x 183cm x 4mm und ganz ohne schnörkelige Malereien, also ohne Om-Symbol oder Hilfslinien zur korrekten Ausrichtung, ist die Matte auf das Wesentliche reduziert.
Etwas Pflege ab und zu würde ich jedoch nicht als überflüssig betrachten. Mit einem feuchten Tuch ab und an mal die Matte abzuwischen dürfte reichen. Wenn es sein muss, kann man Matten aus Naturgummi angeblich auch mit kaltem Wasser in der Waschmaschine waschen. Ganz wichtig ist jedoch, nicht den Trockner zu benutzen und die Matte möglichst nur kurz (oder besser gar nicht) direktem Sonnenlicht auszusetzen. Sprödes, rissiges Gummi, wie man es von alternden Dichtungen kennt, und schlechte Haftung sind das Resultat. Als Matte für die regelmäßige Yogastunde im Park würde ich die eco deluxe nicht empfehlen.
Meine Yamas-Bewertung
Auch, wenn ich die eco deluxe zu Beginn kaum riechen mochte, so hat sie mich inzwischen voll und ganz überzeugt. Die großartige Haftung in allen Asanas bereits von der ersten Minute bis zum durchgeschwitzten Ende habe ich so noch auf keiner anderen Matte erlebt.
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann höchstens ein paar Zentimeter mehr – mit 1,90 Metern hängt bei Shavasana immer ein Körperteil von der Matte.
Zum Schluß noch ein herzliches Dankeschön an Roland von Yogistar für die Teststellung der Matte. Sie ist jetzt meine Alltagsmatte geworden :-)
Yamas-Wertung für Yogistar Yogamatte eco deluxe Eine ökologische Yogamatte mit mächtig viel Grip Ahimsa 
Satya 
Asteya 
Brahmacharya 
Aparigraha 
Gesamtwertung 
Wer mehr über die eco deluxe lesen möchte, Bernd hat auch ein Testexemplar erhalten.
Was ist denn ein Yamas-Review?
Yamas – die erste Stufe im Ashtanga Yoga – sind Richtlinien für den Umgang miteinander. Auch wenn die die fünf Regeln auf den ersten Blick nicht zu einem Produkttest zu passen scheinen, eignen sie sich für mich besonders gut, einerseits mein Verständnis für die Yamas zu schärfen und andererseits einen bewährten Rahmen für die Beurteilung von Dingen zu stecken.

