Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

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satya-yogis.com

26. April 2012
von Stephan
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Yoga hat ein neues Gesicht - Satya-Yogis.com

Vor ein paar Tagen habe ich (mal wieder) darüber geschrieben, weshalb das Netz mehr Anfängerbilder braucht. Um den vielen, zugegeben sehr schönen, Yogabildern im Internet einen ergänzende, ursprünglicheren Gegenpol zu geben, habe ich kurzerhand satya-yogis.com ins Leben gerufen.

Statt kommerziell orientierter Bilder, die von professionellen Photographen vor wunderschöner Kulisse mit perfektem Zen-Charakter die Posen von Models oder Yoga-Superstars festhalten, bietet satya-yogis.com ungeschönten, direkten Einblick in die Praxis von Yogis wie dir und mir. Egal ob mit mittelmäßiger Kamera geschossen, die Asana nicht perfekt sitzt, die Kulisse Gelsenkirchener Barock zeigt. Es geht darum zu zeigen, wie wir virtuellen Yogis (und Yoginis) heute wirklich unserer Praxis nachgehen.

Da sind Toni, Claudia, Patrik, Caro, die frühen Phasen von Grimmly, sowie ich und bald vielleicht auch du zu sehen.

Jeder ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Wer möchte, schickt einfach ein Bild per Email an mich und fügt ein paar zusätzliche Infos hinzu.
Ein kurzer Text zur Erklärung (deutsch oder englisch) wäre gut, ebenso auch ein paar (optionale) Angaben, welchen Yogastil du übst, wie lange du schon Yoga übst und was du beruflich machst (bist du Yogalehrer oder Schreibtischtäter?). Sämtlich Copyrights bleiben natürlich bei dir, ein entsprechender Link zu einer Seite deiner Wahl ist natürlich auch dabei, du musst mir nur sagen, wohin ich diesen setzen soll. Ale Details gibt es aber auch auf der Seite selbst.

Einzige Bedingung, die Bilder müssen dich bei deiner wirklichen Praxis zeigen. Zuhause, im Kurs, auf Reisen im Hotelzimmer. So zeigst du dir und anderen, dass es keine Schande ist, nicht perfekt zu sein. Das Bild ist nicht wichtig, sondern dass du auf die Matte gehst, um dich jeden Tag (oder wann immer du übst) dich ein bisschen mehr kennenzulernen und loszulassen. Alles getreu dem Motto:

Less ego, more yoga!

PS: Die Seite ist übrigens in Englisch, da ich hoffe, möglichst viele Yogis anzusprechen. Wer des englischen nicht so gut mächtig ist, kann sich auch einfach nur die Bilder ansehen :-)

So sieht Yoga in Wirklichkeit aus

19. April 2012
von Stephan
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Vom schönen Schein des Yoga oder warum das Netz mehr Anfängerbilder braucht

Wir alle wissen, Yoga ist eine der letzten wirklichen Panazeen. Wer es übt, bleibt jung, gesund, anmutig und hübsch. Das Internet ist voller hübscher Hochglanzbilder die zeigen, wie dieses Yoga aussieht. Es reicht, bei Google, Tumblr oder Pinterest eine einfache Suche zu starten, schon überwältigt mich eine Bilderflut von beeindruckender Grazie, Ausgeglichenheit und Schönheit.

Als ich mit Yoga begonnen habe, hatte ich mich zuvor nur wenig informiert. Meine Krankenkasse bot einen Kurs an. Ich fühlte mich ungelenk, also probierte ich es aus ohne viel nachzudenken. Hätte ich zuvor diese Bilder gesehen, ich glaube nicht, dass ich mich für geeignet für einen Yogakurs gehalten hätte.

Auf beinahe keinem Yoga-Bild, von denen ich im Internet in den letzten Jahren unzählbar viele gesehen habe, finde ich mich selbst wieder. Ich bin übrigens der im kleinen Bild dort oben. Genau, der ungelenke, schwitzende Typ mit schlabberigen Klamotten, rotem Kopf und deutlichem Bauchansatz über der Hose.

Ich ertappe mich selbst regelmäßig dabei, dass ich natürlich liebend gerne auch mehr Bilder hier veröffentlichen würde. Dabei wähle ich, wie vermutlich jeder andere auch, aber lieber die Bilder aus, die beeindruckend aussehen. So als wäre diese und jene Asana mit spielerischer Leichtigkeit einzunehmen. Doch das stimmt bei mir nicht. Sobald ich feststelle, dass ich auf den wenigen Bildern, die ich von meiner Yogapraxis mache, eher wie ein durchschnittlicher Schreibtischtäter denn beeindruckend aussehe, veröffentliche ich sie lieber erst gar nicht.

Doch inzwischen denke ich, dass diese Schere im Kopf ein Fehler ist. Denn zwischen all den großartigen Bildern von Yoga, die es sicherlich auch im Internet geben muss, brauchen wir auch das rauhe, ursprüngliche Gesicht der Anfänger. Die kleinen Fortschritte, vielleicht gar die Entwicklung über Jahre ist es doch, die speziell weit fortgeschrittene Yogis den Neulingen gar nicht mehr vor Augen führen können. Bei ihnen sieht jede Asana elegant aus.

In meinem Yoga geht es mir nicht darum, andere zu unterrichten. Ich möchte vielmehr meine eigene Praxis dokumentieren. Wenn ich dadurch andere motivieren kann, auch mit dem Yoga zu beginnen, oder ihre Praxis zu intensivieren, dann freut mich das ungemein. Aber meine Asanas sind stümperhaft ausgeführt, mein Atem ungleichmäßig gehetzt nach dem fünften Sonnengruß (was die noch geringere Anzahl an Videos auf dieser Seite erklärt) und mein Drishti driftet wild durch die Gegend.

Was wirklich zählt, ist ja nicht das Bild, was ich nach außen abgebe. Wie die Praxis mir einen neuen Zugang zu meinem Körper gewährt, wie ich mir bewusst werde, dass der hintere Fuß im Krieger nicht gleichmäßig genug belastet wird und ich dies korrigiere, eben das sind die wesentlichen Momente, die meine Yogapraxis so wertvoll machen. Nicht die Perfektion und die Vorzeigbarkeit meines Körpers, sondern das Bewusstwerden über meine eigenen Grenzen und Fehlbarkeiten steht im Mittelpunkt meiner Übung.

Wenn ich meine Yogamatte ausrolle, versuche ich mich von meinem Perfektionismus zu lösen und meine eigene Unzulänglichkeit zu erkennen. Die Erkenntnis mag zunächst schmerzhaft sein, doch sie bietet mir die einmalige Chance mich durch Yoga besser kennenzulernen.


Ich würde mich freuen, zwischen all den makellosen Bildern in Zukunft auch mehr ungeschminktes, unzulängliches Yoga im Internet zu sehen. So offenbart sich hoffentlich interessierten Anfängern das andere Gesicht des Yoga.

28. Januar 2012
von Stephan
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Wie wenig mich motivierende Bilder motivieren

Vielleicht war es das Video von Michael Stusser, vielleicht aber auch die in den letzten Wochen gesteigerte Zahl von Hochglanz-Yogabildern auf diversen Tumblr-Seiten, doch ich merke immer mehr, dass mich Bilder von Menschen in fortgeschrittenen Asanas kaum motivieren und nur selten beeindrucken. Getreu dem Motto, sich physisch und psychisch mal wieder ordentlich fordern zu lassen scheinen die meisten Yogabilder selbstverliebte und körperbetonte Variationen von Mein Haus, mein Auto, mein Pindasana.

Damit ihr mich nicht falsch versteht, es ist nichts falsch daran, selbstverliebt zu sein. Im Gegenteil ist sich selbst zu lieben eine bemerkenswert wichtige Eigenschaft um Zufriedenheit im Leben zu erlangen. Nur wirken die Bilder von jungen, gelenkigen (und in der Regel äußerst attraktiven) Menschen, die komplizierteste Asanas Schangenmenschen gleich mit überwältigender Leichtigkeit einnehmen auf mich nicht motivierend sondern inzwischen beinahe langweilig. Vielleicht aber auch einfach surreal.

Das Video von Michael Stusser hingegen erinnert mich stark an meine eigene Praxis und ist mir um ein Vielfaches näher als diese flexiblen jungen Dinger. Ich kann es mir immer wieder ansehen und denke mir, wie schön diese Praxis im Kern ist, auch wenn die Asanas nicht einwandfrei ausgeführt werden. Aber im Yoga geht es ja auch nicht darum, wer tiefer in eine Rückbeuge gehen, seine Wirbelsäule weiter drehen oder länger auf einer Hand balancieren kann. Zumindest nicht in meinem Yoga.

Natürlich sind solche Bilder beeindruckend anzuschauen, doch mit meinem Yoga haben sie nichts gemein. Für all jene, die keine eigene Yoga-Praxis haben und mit solchen Eindrücken von Yoga konfrontiert werden dürfte die Wirkung wohl auch eher abschreckend als motivierend sein.

Wie geht es euch, sind solche Hochglanz-Yogabilder für euch motivierend oder was passiert in euch, wenn ihr diese Bilder betrachtet?

3. Februar 2011
von Stephan
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Dorkiges Excelyoga, sattwig essen und lustige Bilder

Heute ist Neumond, da kann ich die Zeit nutzen, die ich sonst auf der Matte verbracht hätte, um wieder einmal etwas zu schreiben. Über eine Woche ist es her, dass ich zuletzt einen Eintrag verfasst habe, es ist aber auch viel passiert.

Neben unserem Projekt auf der Arbeit, welches jetzt bis mindestens Ende März in der sprichwörtlichen heißen Phase steckt, haben wir eine wirklich schöne Familienfeier vorbereitet und ausgerichtet und der übliche Sport und ein Tag krank im Bett haben die Zeit schnell verstreichen lassen.

Inzwischen habe ich mich – wie schon bei den Suryas – dazu entschlossen, meine Fortschritte mit der Ersten Serie festzuhalten. Eine durchwegs schwarz ausgefüllte Zeile bedeutet, dass alle Asanas (Suryas, Standpositionen, sitzende Asanas und Abschlußsequenz) in einem durchgeführt wurden. Dies will ich 2011 gerne sechsmal schaffen. In der Tat finden das auch andere Menschen etwas dorky.

Ich denke ich nähere mich dem Ziel am Besten, indem ich mir Stück für Stück jede Asana vornehme und diese zum Schluß alle aneinanderreihe. Die üblichen Verdächtigen und der Anfang sitzen ja schon recht gut.

Excel-Darstellung der Yoga Chikitsa (Primary Series)

Als ich am Montag kurz nachdem ich auf der Arbeit angekommen war lieber wieder schnell nach Hause gefahren bin hatte ich mir eigentlich geschworen, nie wieder ungesunde Nahrungsmittel zu mir zu nehmen. Doch schon zwei Tage später, als es mir wieder richtig gut ging, war von diesem Versprechen nichts mehr zu merken. Ich denke ich werde die Woche nach Karneval versuchen, mich ausschließlich sattwig zu ernähren. Rezeptvorschläge und alle Arten von Hinweisen sind herzlich willkommen.

Ansonsten bin ich noch über zwei lustige Bilder im Netz gestolpert. Einmal über Veganer, die feige versuchen, nur primitive Völker zu übernehmen und andererseits über die Bilder von Boonchu Tanti bei Flickr.

The truth about Pasasana (c) by http://www.flickr.com/photos/boonchutanti/