Wer sich streng an Yamas und Niyamas hält, der kommt zwangsweise zu einem Punkt, an dem er sein Konsumverhalten verantwortungsbewußt anpassen möchte.
Die Medien nutzen jedoch eine Vielzahl von Begriffen, die ein Zurechtfinden ganz schön schwierig machen. Idealerweise hätten alle Produkte – nicht nur Lebensmittel – eine Ampel, die klar zeigt, ob ein Produkt gut, akzeptabel oder schlecht ist, nicht nur im Hinblick auf einen etwaigen Nährwert, sondern auch sozialverträglich, ökologisch und fair. Doch so einfach ist die Welt nicht, daher hier ein klein wenig Aufklärungsarbeit:
Bio
Bio meint zumeist Erzeugnisse aus der Landwirtschaft. Wenn ein Produkt den Zusatz Bio trägt, dann hat das Produkt die folgenden Eigenschaften:
- keine Zugabe von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und leichtlöslichem Mineraldünger
- Artgerechte Tierhaltung
- Medikamente werden nur im Krankheitsfall eingesetzt
- lediglich 36 erlaubte Zusatzstoffe (gegenüber mehr als 300 bei konventionellen Produkten)
- ohne (direkte) Gentechnik erzeugt
Prinzipiell ist Bio gesünder und umweltfreundlicher als Nicht-Bio-Produkte, aber nicht zwangsweise frischer. So bedeutet bedeutet eben nicht, dass die Produkte auch aus der Region stammen, entsprechend kann man zum Beispiel auch Bio-Erdbeeren aus Brasilien kaufen. Wie ökologisch verträglich diese sind, darf jeder für sich selbst entscheiden. Auch sozial-ökonomische Faktoren tragen nicht zur Klassifizierung von Bio bei. Über eine etwaige Ausbeutung der Produzenten sagt auch das offizielle Siegel nichts aus.
Öko
Die Kurzform für ökologischen Landbau aber auch eine Bezeichnung für naturverträgliche Produkte (z.B. Öko-Urlaub oder Strom). Öko darf sich alles nennen, was einerseits der EU-Norm entspricht, andererseits gibt es aber auch schwierigere Fälle, wie bei Ökostrom.
Weitere Infos zu Bio und Öko:
- Bio-Lebensmittel – umweltschonend und gesund?
- Biologischer Anbau: Was Sie über Bio- und Öko-Produkte wissen sollten
- Was ist Öko?
Fair
Fair gehandelte Produkte zeichnen sich durch folgende Punkte aus:
- Ein garantierter Mindestpreis deckt die Kosten und Löhne der Erzeuger. Darüberhinaus erhalten die Erzeuger einen Fairtrade-Aufschlag. Der Mindestpreis zusammen mit dem Fairtrade-Aufschlag ergibt den Verkaufspreis für den Erzeuger.
- Verkaufserlöse kommen den Erzeugern zugute.
- Kinderarbeit ist in Projekten des Fairen Handels verboten.
Das klassische Beispiel für fairen Handel ist sicherlich Kaffee, aber auch viele andere Produkte von Schokolade über Kleidung und Schuhen bis hin zu Spielzeug oder Teppiche werden fair gehandelt.
Weitere Infos zu Fairem Handel:
Nachhaltigkeit
Nicht zuletzt seit der Diskussion um Ozonloch und Klimaerwärmung drängt der Begriff Nachhaltigkeit immer mehr in alle Bereiche unseres Lebens, von der Landwirtschaft über Reisen bis zu Finanzgeschäften.
Eine nachhaltige Entwicklung
- schont die Natur
- erhöht die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und sichert sie für die Zukunft
- ist gerecht und trägt dazu bei, dass alle Menschen friedlich zusammen leben
Sie umfasst somit ökologische, ökonomische und soziale Faktoren.
- BNE-Portal: Was ist Nachhaltigkeit?
- Megatrends zur Nachhaltigkeit – Was ist Nachhaltigkeit?
- Drei-Säulen-Modell (Nachhaltigkeit)
- Profitieren nur reiche Länder von Nachhaltigkeit?
Und was hat das mit Yoga zu tun?
Ich finde es reicht nicht, wenn sich Yogins und Yogis gesund ernähren und ihr Leben rein im Geiste führen, denn wir sollten Yoga immer auch für andere praktizieren. Gerade in den privilegierten Teilen dieser Welt sollten wir uns nicht nur mit der Frage beschäftigen, ob wir nicht lieber Vegetarier sein sollten, weil wir nicht möchten, dass Tieren Leid zugefügt wird, sondern auch, inwiefern andere Menschen oder die Natur von unserem Lebensstil betroffen sind.
Wer sich näher mit den Themen beschäftigen möchte, findet auf dem Portal Öko-fair.de jede Menge Anregungen und weiterführende Informationen.

