Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Yoga zumeist gleichbedeutend mit Asana. Manchmal fallen auch erfahrene Yogi(ni)s auf dieses Vorurteil herein. Eco Yogini berichtet von ihrem schuldbewusstes Yoga-Geheimnis, in welchem ich mich wiederfinden kann.
Die letzte Woche war Asana-arm, da familiäre Verpflichtungen anstanden und ich sowohl etwas Yoga-müde als auch Trainings-müde war.
Vermutlich ist es die “always-on”-Einstellung des 21. Jahrhunderts oder der latente Zwang, immer produktiv zu sein. Doch gerade im Yoga lernen wir ja, uns in die Situation zu ergeben. Nichts zu erzwingen sondern unsere eigenen Grenzen zu spüren und hinzunehmen. Womöglich gibt es eine Zeit für Asana und eine Zeit für Müßiggang.
Sicher ist es gut, über die nötige Disziplin zu verfügen und eine Regelmäßigkeit in seine Praxis zu bringen. Bisweilen ist es aber auch richtig und gut, etwas Abstand vom Alltag, von selbstverständlichen Gewohnheiten zu nehmen, um diese wieder richtig wertschätzen zu können. So habe ich nahezu eine Woche lang keine Gelegenheit geschaffen, meinen Körper zu bewegen, was dazu geführt hat, dass die Rufe meiner Knochen nach Asana immer lauter wurden.
Nachdem ich heute eine halbe Stunde auf der Matte zugebracht habe, geht es mir zugegeben besser. Ich freue mich schon auf morgen und natürlich ganz besonders auf Donnerstag, wenn ich wieder in Gesellschaft Asana machen werde.
Manchmal ist es besser, bewusst eine Pause zu machen, als halbherzig die Zähne zusammenzubeißen und mit geschlossenen Augen weiterzumachen. Dadurch wird der Blick für das Wesentliche geschärft und unsere beschränkte Zeit nicht ohne Sinn und Verstand vergeudet.
Wir sehen uns auf der Matte. Und nicht vergessen:
Don’t let yoga ruin your life.
(David Swenson)
