Männer und Yoga, das wächst immer mehr zusammen. Sogar vom Titelbild der aktuellen Ausgabe der Yoga Aktuell strahlt ein Mann: Young Ho Kim.
Vor bald zwei Jahren habe ich schon einmal über Yogakleidung für Männer geschrieben. Seit dem sind nicht nur viele Besucher über Google auf den Beitrag gestossen (das Thema scheint eine ganze Menge Menschen zu interessieren), auch ich habe reichlich Zeit gehabt, weiter über das Thema nachzudenken.
Es beginnt sportlich
Geben wir es doch zu, die meisten Herren sehen Yoga – zumindest am Anfang ihrer Karriere – immer noch als Sportersatz. Oder zumindest als Entschuldigung, das Stretching beim nächsten Fussballspiel mit den Kumpels ausfallen zu lassen. Entsprechend sind Yogaklamotten für uns eben Sportsachen. Als solche müssen sie vor allem eine Funktion erfüllen. Na gut, vielleicht auch zwei.
Anforderung an Yogakleidung für Männer
Auf den Hochglanzbildern der Yogastars sehen wir immer wieder, dass Mann eigentlich nicht viel braucht, um Yoga zu betreiben. knappes Höschen, möglichst eng anliegend, das war’s.
Auch einer der Väter des modernen Yoga, Krishnamacharya, hätte vielleicht nur in Calvin-Klein-Unterwäsche geübt, hätte es sie damals schon gegeben. Allerdings muss man schon ganz schön Macho sein, um so tatsächlich in einem Yogakurs aufzutauchen. Und auch Männer sind mit ihrem Muffin Tops (früher mal Rettungsringe genannt) manchmal ganz schön eigen und würden die lieber erstmal wegtrainieren, bevor sie sich zeigen.
Für mich jedoch, und sicher auch für viele andere Männer, darf soll Yogakleidung meinen Körper bedecken. Vor allem bei den Vorbeugen oder im Kopfstand soll das Hemd an seinem Ort bleiben und nicht rutschen. Natürlich soll weder Hemd noch Hose einengen und bestenfalls etwaigen Schweiß entweder galant verstecken, oder – hier sind wir doch alle etwas Macho – sich klar zeigen und den “Arbeitserfolg” dokumentieren.
Die richtige Kleidung finden
Yoga kann man natürlich mit und ohne alle möglichen Kleidungsstücke machen. Sogar in Jeans kann man Asana üben, doch als soziale Wesen darf man auch gerne etwas angemessener gekleidet in eine Yogastunde gehen.

Zunächst solltest du dir die Frage stellen, wie oft du tatsächlich Yoga machst. Wenn die das an einer Hand für einen ganzen Monat abzählen kannst, dann brauchst du wahrscheinliche keine gesonderte Garderobe für Yoga. Nun überleg dir gut, wo du Yoga machst. Im Grunde geht es hierbei nur darum, ob dich jemand sehen kann oder nicht. Wenn dich niemand sehen kann, kann dir auch der Hüftspeck egal sein und du kannst dich wie Krishnamacharya fühlen.
Das Flowchart hilft dir so Stück für Stück, die für dich richtige Hose oder Hemd zu finden. Natürlich habe ich es mit einem zwinkernden Auge erstellt, denn das Thema Kleidung ist so individuell, dass eine Lösung für alle nicht in Frage kommt. Vielleicht trägst du deine Lieblingsstücke nicht nur beim Yoga, sondern auch sonst beim Sport oder deiner Freizeit.
Besonders wichtig ist aus meiner Sicht, dass die Kleidungsstücke möglichst komplett ohne Synthetik auskommen und fair gehandelt sowie hergestellt wurden.
Wo kaufen?
Wenn du in einer großen Stadt lebst, ist es wahrscheinlich gar kein Problem für dich, einen kleinen, inhabergeführten Laden mit fairen und brauchbaren (Yoga-)Klamotten zu finden. Ansonsten gibt es im Internet zahlreiche gute Adressen. Ich kann dir mycalm.com empfehlen1. Gut versteckt gibt es dort auch Kleidung für Männer, die sich für die Yogastunde ums Eck eignen.
Was deine Kleidung über dich sagt
Ich weiss, was sie jetzt denken. Und sie haben Recht.2
Der aufmerksame Leser wird sich nun zu Recht fragen, was das denn noch mit Yoga zu tun hat. Erstens geht es im Yoga darum, sich von seinem Ego zu lösen und zweitens ist das, was ich oben beschrieben habe, doch vollgepackt mit Ego?!
Solange wir kein Nackt-Yoga betreiben, brauchen wir geeignete Kleidung. Und selbst wenn wir nackt sind, kann dies vom Ego getrieben sein. Wer möchte schon gerne neben einem halbnackten Kerl seine Asanas üben, wenn der das eigene Brahmacharya empfindlich stört?
Zu viele Gedanken sollte man an das Thema eigentlich nicht verschwenden, doch die Besuchszahlen der Beiträge zum Thema auf dieser Seite zeigen klar, dass ein ziemlicher Informationsbedarf besteht. Im Grunde ist es aber auch ein positives Zeichen, dass 2013 das Thema Yogamode für Männer noch immer nicht so stark verbreitet ist. Vielleicht sind die Männer auch mehr an der Praxis als am guten Aussehen interessiert?
Bequem muss Yogakleidung sein und die eigene Praxis unterstützen. Nicht nur durch guten Sitz, sondern auch in Harmonie mit den Yamas und Niyamas. Alles andere ist Nebensache.
1 Ich hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit, mit den Betreibern über ihren Shop sprechen zu können. Und bevor jemand fragt: Für die Erwähnung bekomme ich kein Geld.
2 Thomas Magnum. Privatdetektiv.




