Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

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7. December 2011
von Stephan
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Yogakleidung für Männer

Yogakleidung ist unbarmherzig1, direkt und dazu noch oftmals unverschämt teuer. Um maximale Bewegungsfreiheit zu garantieren darf die Kleidung nicht zu weit und nicht zu eng sein, muss sämtliche Verbiegungen mitmachen und idealerweise dabei noch gut aussehen (indem sie bestenfalls Problemzonen gekonnt verbergen). Spätestens hier trennt sich die Spreu vom vielzitierten Weizen.

Vorsicht bei Maxikleidung

Natürlich spricht nichts dagegen, einfach eine bequeme Short oder Jogginghose und ein T-Shirt oder Longsleeve für seine Yogapraxis zu nehmen. Doch spätestens wenn es hier und da kneift in den Asanas scheint die Zeit reif, sich nach funktionaler Kleidung umzusehen.

Wer ernsthaft Yoga betreibt sucht jedoch nicht einfach nach flexibler, sondern auch nach fairer und sozial verantwortlicher Kleidung. Ein paar faire Hersteller und Verkäufer möchte ich hier vorstellen:

Finisterre

Finisterre ist ein englisches Unternehmen, das verantwortungsvoll Bekleidung für Wanderer, Surfer und Yoginis herstellt und vertreibt. Leider gibt es bislang keine besondere Kleidung für männliche Yogis, doch die Performance Shirts (zum Beispiel das Brisa) eignen sich aus eigener Erfahrung auch wunderbar für die Matte.
Schicker ist jedoch ein Yogakleid, doch dürften Männer im Yogakurs damit noch mehr auffallen, als sie es ohnehin schon tun ;-)

Prancing Leopard Organics

Auch abseits der Yogamatte machen die Klamotten von Prancing Leopard eine gute Figur. Das G.O.T.S. Siegel steht dabei für eine umwelt- wie auch sozialverträgliche Herstellung.

Auch für Männer gibt es ein paar ausgefallene Stücke, die sich hervorragend für Yoga eignen. Allerdings hat faire Mode auch ihren Preis.

Kamah

Zum Wohle aller lautet der Grundsatz von Kamah. Hier findet Mann reichlich Lieblingsstücke für die Yogapraxis. Mein Favorit ist ganz klar Nick.

Besonders gelungen sind übrigens die Yoga Videos, in denen man die Kleidungsstücke im Alltagseinsatz sehen kann.

Verena hat auch einen Blog, in welchem sie unter anderem schreibt, dass für Kamah hauptsächlich Naturfasern, aber niemals petrochemisch erzeugte Stoffe zu nutzen2.

prAna

Bei den Amerikanern von prAna gibt es nicht nur Yoga-Sachen, sondern Kleidung für nahezu jede (sportliche) Betätigung. Zu ihren Botschaftern zählt unter anderem auch John Friend [3].

Barefoot Yoga

Ebenfalls aus den USA stammen Barefoot Yoga, deren Webseite zwar kein Augenschmaus ist, deren Kleidung jedoch umso interessanter. Beispielsweise die Hosen aus Baumwolle und Hanf. Gebloggt wird übrigens auch von den Barfuß-Yogis.

Yoga Bliss

In England und dem Rest der Welt vertreibt Yoga Bliss ebenfalls recht ansehnliche Yogakleidung für Männer. Als Yogalehrer erhält man sogar 10% Rabatt auf Bestellungen.

Und sonst?

Kennt ihr weitere gute Hersteller für Yogakleidung abseits der üblichen Verdächtigen? Hinterlasst doch einfach eure Favoriten in den Kommentaren!

1 Möglicherweise ist das aber auch nur eine weitere Form der Übung, nämlich das Ego zu überkommen.

2 Beim Elasthan kann man jedoch auch mal ein Auge zudrücken ;-)

3 Ja, genau der John Friend.

13. May 2011
von Stephan
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Yoga zum Zweiten - Was zieh ich an?

Nach den schönen letzten Tagen sah es heute verdächtig nach Regen aus. Da ich gerne mit dem Rad zum Yoga im Balletthaus fahre und besagtes Rad wiederum natürlich ein sportliches Gefährt ohne Schutzbleche ist, würde ich im Falle eines ordentlichen Schauers von allen Seiten kräftig nass. Eine nasse Hose motiviert jedoch bekanntlich nicht gerade, daher wollte ich dies gerne vermeiden.

Meine Regenhose hatte sich nach Jahren des Nichtgebrauchs wirklich gut versteckt, sodass ich nur mit meiner Trainingshose (und natürlich einem Hemd und Jacke) auf mein Rad gestiegen bin.

Beim Yoga angekommen erinnerte ich mich an die letzte Woche. In meiner ersten Stunde dort war mir aufgefallen, dass ich der einzige Yogi dort war, der mit kurzer Hose und Shirt auf der Matte geturnt ist. Während die anderen mit langer Trainingshose und teilweise sogar langen Ärmeln ihre Vinyasas durchführten, fühlte ich mich ein wenig wie der Möchtegern-Ashtangi oder ein Mallorca-Tourist mit Socken in den Sandalen.

Heute war immerhin ein zweiter Yogi mit kurzer Hose dabei, wenngleich sie auch nicht so knapp wie meine war. Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit, ob meine Kleidung nicht etwas zu ambitioniert daher kommt. Während der Rest der Teilnehmer in weiten, locker fließenden Stoffen gekleidet ist, komme ich mir vor wie ein olympischer Bodenturner, der in Berufskleidung auf das Sommerfest eines Kindergarten geht.

Ich kämpfe hier jedoch mit drei Problemen

  1. Ich habe gar keine vorzeigbaren Kleidungsstücke fürs Feierabendyoga. Trotz des Namens betreibe ich mein Yoga ja vornehmlich zuhause und für mich, da ist mir (und Gottseidank dem Rest der Familie auch) relativ egal, was ich dabei anhabe – im Sommer sehe ich oft auch eher nach Bikram aus.
  2. Ich mag auch gar keine lange Kleidung beim Yoga, dabei fühle ich mich immer eingeengt und bilde mir ein, mich noch schlechter in Asanas bewegen zu können.
  3. Es gibt so gut wie keine ordentliche Yoga-Kleidung für Herren, fair und umweltverträglich hergestellt und einigermaßen ansehnlich. Für Gegenbeispiele wäre ich im Übrigen sehr dankbar!

Sicher, diese Probleme sind eigentlich keine wirklichen Probleme. Ich bin ja aus dem Fitnessstudio gewöhnt, durch jahrzehntealte Lieblingsshirts aufzufallen und mich nicht (übermäßig) dafür zu schämen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Hemmschwelle einen Kurs zu besuchen für einige Heimyoginis und -yogis sich nochmals erhöht, weil man nicht durch seine Kleidung in ein Fettnäpfchen treten und aus der Reihe fallen will.

Trotz kurzen Hosenbeinen, Ärmeln und hautenger Shorts habe ich die heutige Yogastunde allerdings wieder gut überstanden, eine ganze Menge gelernt und Inspiration bekommen und – da das Wetter gehalten hat – bin trocken hin und wieder nach Hause gekommen.