Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

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16. Januar 2013
von Stephan
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Indische Genüsse. Oder Kochen ist auch nur Yoga

Da ich zur Zeit recht viel von zuhause arbeiten kann, nutze ich die Zeit, um mittags “was Ordentliches” zu essen. Für mich alleine kann ich dann ruhig etwas experimenteller werden und, weil ich richtig gerne indisch esse, das ein oder andere indische Gericht versuchen.

Eigens dafür habe ich aus der örtlichen Bücherei ein paar Kochbücher ausgeliehen und mir (hoffentlich) schmackhafte Rezepte herausgesucht. Dummerweise fehlen mir reihenweise Zutaten, so dass meine Möglichkeiten doch arg begrenzt sind. Zwei neue Gerichte konnte ich immerhin schon ausprobieren.

Palak Aloo Mattar

Palak Aloo Mattar Ich liebe Spinat. Am liebsten esse ich Palak Paneer, habe mich aber noch nicht dran gewagt, es selbst zu kochen, hauptsächlich scheue ich mich vor dem Paneer. Aber Spinat mit Kartoffeln und Erbsen? Das verspricht ein Heimspiel zu werden.

In der Tat entpuppte sich das Rezept als einfach und schnell. Die schwierigste Zutat war dann wohl das Garam Masala, welches ich wirklich nicht selbst mörsern wollte.

Feuerrotes Kokos-Curry

Kichererbsen, Kokosnuss(-flocken) und ein paar Zwiebeln. Woher soll denn da die rote Farbe kommen? Vielleicht von den fünf getrockneten Chili-Schoten (aber die sind ganz schön klein?!). Vielleicht passiert ja etwas magisches, also probiere ich es mal aus.

Feuerrotes Kokoscurry. Oder so. Aus fünf Eßlöffeln Kokosflocken und ein wenig Wasser soll ich im Mixer eine Paste herstellen? Mein Vitamix würde sicher aufgrund der geringen Menge den Dienst versagen. Außerdem ist die Paste vermutlich zu trocken, so dass ich die Mixerei durch behelfsweises Gabel-drücken zu ersetzen versuche.

Leider hat das Resultat so gar nichts mit dem Wort Feuerrot gemeinsam. Trotzdem war es leckerer als ich erwartet hatte.

Die Krux mit Kochbüchern

Man sagt ja, dass manche Menschen entweder kochen können, andere wiederum backen. Während das Backen oftmals grammgenaue Abweichungen grausam bestraft, finden sich in Kochbüchern Wendungen wie “Nach Belieben würzen”. Ich kenne Kochanfänger, die hierdurch hoffnungslos überfordert sind.

Wenn ich mir eine indische Hausfrau vorstelle, die akribisch die Menge Mehl auf einer Waage abwiegt, exakt einen halben Teelöffel abmisst und dann drei verschiedene Küchenmaschinen einsetzt, dann kriege ich meine Zweifel, ob die Menschen früher nur geschmacklose Pampe zu sich genommen haben.

Vielleicht bin ich zu rebellisch, um Rezepte ordentlich nachzukochen. Ich bin fest davon überzeugt, dass beim Kochen wie in der Musik Improvisation erst den richtige Pepp bringt. Vielleicht kann ich ein Gericht nicht jede Woche exakt gleich nachkochen, aber das muss ich auch nicht.

Die Küche verstehen

Um beliebig beim Kochen improvisieren zu können, muss man aber unbedingt den Grundcharakter der Küche verstehen. Was sind die Grundpfeiler landestypischer Köche, welche Utensilien nutzen sie?

Wenn ich italienisch, indisch oder auch deutsch kochen möchte, dann haben Gerichte einen typischen Charakter, den sie durch Gewürze, Basiszutaten und Techniken erhalten. Nähere ich mich einer neuen kulinarischen Welt, dann muss ich erst verstehen, aus welchen Elementen sie besteht; Welche Handgriffe typisch sind und was eher ungewöhnlich. Sobald ich das verstanden habe, kann ich die Grenzen der Rezepte sprengen und den Flair eines Gerichts beibehalten. Oder – ganz verrückt – Stile mischen.

Kochen ist auch nur Yoga

Wer sich auf die Reise mit Yoga macht, der muss ebenso verstehen, welche Grundwerkzeuge es gibt. Welche philosophischen Grundannahmen. Sobald man dies verstanden hat, dann fällt alles irgendwie zusammen. Plötzlich ergeben Asanas und Pranayama einen tieferen Sinn und statt von einem Lehrer zu hören, was für eine Asana heute dran ist, kannst du einfach in deinen Körper lauschen und er sagt dir, was er jetzt braucht.

Genau wie Kochen kann man Yoga nicht an einem Tag, mit einem Rezept lernen. Die Reise dauert ein Leben lang und in verschiedenen Phasen dominieren andere Gewürzmischungen deine Praxis. Vielleicht fehlen dir ein paar Zutaten, womöglich ist Pincha Mayurasana noch nicht machbar, aber im Laufe der Zeit kommt es vielleicht. Oder nicht, wenn der Markt die notwendigen Zutaten nicht hat und dein Körper einfach nicht flexibel genug ist, dann nimm dir ein anderes Rezept. Oder lerne es abzuwandeln, dass es schließlich doch schmeckt und Spaß macht.

Das Schnitzel

Schon Eugen Roth kannte die Momente, in denen in der Küche nicht alles nach Plan läuft. Und wenn es mal nicht klappt, darf man es auch mit Humor nehmen (oder den Lieferdienst anrufen).

Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, daß ihm das misriet.
Jedoch, da er es selbst gebraten,
Tut er, als wär es ihm geraten,
Und, um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt er’s mit herzlichem Vergnügen.

Joghurt mit Quinoa

19. März 2011
von Stephan
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7 Tage sattwig - Tag 7

Der letzte Tag meines auf sieben Tage angelegten Experiments ist ein Samstag. Vollmond ist noch dazu.

Tag 7

Ich bin tatsächlich erst nach sieben Uhr aufgestanden, dabei hat uns ein herrliches Wetter begrüßt.

Frühstück

In der Schublade habe ich einen Rest Quinoa gefunden und diesen zum Frühstück gekocht und mit Joghurt, Cranberries und Rosinen sowie ein paar Mandelsplittern gegessen. Äußerst lecker.

Mittagessen

Eigentlich ist das Mittagessen heute ausgefallen, da Kinder wie Erwachsene diverse Pläne hatten, angefangen beim Bällebad über einen Flohmarkt bis hin zum samstäglichen Einkauf.

Ein halber Apfel hat mich bis zum Einkauf gerettet, danach gab es drei Brote mit Humus aus dem Bioladen, verfeinert mit zwei frischen Möhren.

Abendessen

Der Abend hat mir wieder einmal meine Grenzen aufgezeigt, ich kann einfach kein Dal kochen. Da ich vergleichsweise wenige Hülsenfrüchte in den sieben Tagen zu mir genommen habe, standen zum Abschluß Linsen auf dem Speiseplan.
Die Linsen habe ich einweichen lassen, doch weder Konsistenz noch Geschmack konnten nach einer guten Stunde auf dem Herd überzeugen. Nach dem Motta “Augen zu und durch” habe ich das aber als letzte Mahlzeit hingenommen.

Fazit Tag 7

Wenn fehlende Planung unter der Woche schon zu einem langweiligen Speiseplan führt, so trifft dies am Wochenende noch deutlich mehr zu. Wer versucht, sich sattwig zu ernähren, sollte sich ganz genau überlegen, was er/sie wann zubereiten will.

Asanas gibt es heute keine, der Vollmond steht am Himmel.

Humus in einer Rührschüssel

6. Februar 2011
von Stephan
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Humus selbst gemacht

Hülsenfrüchte sind nicht nur überaus nahrhaft und gesund, sie eignen sich auch für diverse Gerichte. Heute habe ich Humus, Kichererbsenpaste, gemacht. Das ist verhältnismäßig einfach und sehr lecker, als Vorspeise oder auch als Brotaufstrich.

Kichererbsen – wie eigentliche alle Hülsenfrüchte – fallen in die Kategorie “sattwiger” Nahrungsmittel. Humus ist somit prädestiniert, als Grundrezept in das Kochbuch jedes Yogis aufgenommen zu werden.

Um Humus selbst herzustellen braucht man nicht viel:

  • 500g getrocknete Kichererbsen
  • ca. 100g Tahina
  • ca. 100 ml Wsser
  • 1-2 Zitronen
  • Salz, Pfeffer
  • je nach Geschmack 1-2 Knoblauchzehen und Olivenöl

Die Kichererbsen in reichlich Wasser über Nacht einweichen lassen. In einem Topf mit frischem Wasser 60-90 Minuten kochen lassen und anschließend abkühlen lassen.

5 Eßlöffel (etwa 100g Tahina) mit dem Saft einer Zitrone und etwas Salz sowie etwa 5 Eßlöffeln des Kichererbsenwassers zu einer Creme verrühren. Ggf. etwas mehr Wasser hinzugeben.

Dann die Kichererbsen zu der Paste geben und mit einem Pürierstab allmählich zu einer Paste verarbeiten. Bei Bedarf etwas Zitronensaft oder Wasser hinzugeben. Je nach Geschmack machen sich auch 1-2 Knoblauchzehen sehr gut dazu. Zum Schluß mit Salz und Pfeffer abschmecken und als Brotaufstrich genießen. Je nach Geschmack auch mit etwas Olivenöl.

24. Januar 2011
von Stephan
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Kein Yoga sondern Linsen

Heute gab es bei mir kein Yoga. Der linke Arm zieht etwas, der rechte auch. Ich war länger auf der Arbeit als geplant, habe nichts ordentliches gegessen und Hunger. Und sowieso.

Also heute kein Yoga sondern gelbe Linsen. Und das ging so:

Aus den Schränken habe ich folgende Zutaten zusammengesucht:

  • 200g (gelbe) Linsen
  • 5-6 gekochte Kartoffeln
  • 3 Eßlöffel Tomatenmark
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 große Möhre
  • 1 Eßlöffel Ghee
  • 1 Knoblauchzehe
  • 375ml Gemüsebrühe
  • etwa heißes Wasser
  • Curry(pulver) und Kurkuma
  • Paprikapulver
  • Kreuzkümmel
  • Koriander
  • Senfsamen
  • Petersilie
  • Salz und Pfeffer

Dann ging es los. Erst Zwiebel und Möhre in kleine Würfel schneiden, die Knoblauchzehe ebenfalls kleinwürfeln und etwas quetschen. Dann die Brühe zubereiten, das Ghee in einen Topf geben, erhitzen, und die Senfsamen hineingeben. Deckel schließen.

In der Zwischenzeit die Gewürze mörsern – je nach Geschmack, etwa einen halben Teelöffel. Curry ruhig etwas mehr, also einen Eßlöffel Curry/Kurkuma. Wenn die Senfsamen im Topf anfangen zu springen, zuerst die Zwiebeln anbraten, dann die Möhren hinzugeben. Anschließend die Gewürze und das Tomatenmark dazu geben und eine Schwitze bereiten.

Jetzt kommen die Linsen und die Brühe hinzu. Einmal aufkochen lassen und dann etwa 35 – 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf wenig Wasser hinzugeben. Nach der Hälfte der Zeit habe ich ein paar Kartoffeln vom Wochenende im Kühlschrank gefunden, die habe ich ebenfalls in den Topf getan.

Wenn die Linsen einigermaßen weich sind, kann die kleingehackte Petersilie aufgestreut und das Essen gegessen werden.

27. März 2010
von Stephan
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Ayurveda gegen Feierabendyogi - 1:0

Es sollte mein großes ayurvedisches Mittagsdebut werden, Blumenkohl, Karotten und ein Auszug aus dem Gewürzgarten von Zimt über Kurkuma bis hin zu Curryblättern. Doch ich hatte die Rechnung ohne das Ghee gemacht.

Entweder ist aller Anfang schwer, oder meine Kochkünste lassen arg zu wünschen übrig. Nachdem ich das Ghee in einem Topf erhitzt habe, wollte ich eine kleine Mischung aus braunem Rohrzucker, Chillipulver und etwas asa foetida ins Fett geben und rösten. Leider ist entweder mein Rezept fehlerhaft gewesen oder das Ghee derart zu heiß, dass der Rohrzucker in wenigen Sekunden geklummt und pechschwarz geworden ist, so dass in kürzester Zeit die Küche voll verbranntem Rauch stank.

Zu allem Überfluß meldete sich mein Rauchmelder (der alte Klugscheißer – naja wenigstens ist jetzt klar, dass die Batterie noch funktioniert) und meine Frau stürzte in die Küche. Inzwischen hatte ich das Fenster geöffnet und den heißen und noch immer qualmenden Topf auf die Fensterbank gestellt.

Nein, die Feuerwehr hat niemand gerufen, so schlimm hat es dann auch nicht gequalmt (zwei Eßlöffel Ghee mit zwei Teelöffeln Rohrzucker können zwar penetrant nerven, aber eben doch nicht so tun, als wären sie ein echter Brand). Dummerweise ist jedoch unsere Fensterbank gestrichen gewesen, so dass der Topfboden nun eine neue Farbe angenommen hat.

Die heutige Niederlage konnte nur durch einen Besuch beim Italiener gerettet werden, denn der inzwischen fertige Reis konnte alleine einfach nicht ausreichend begeistern und noch einen Topf wollte ich heute nicht mehr riskieren.

Womöglich sollte ich als nächstes einen einfacheren Start ins Ayurveda wählen, vielleicht Lassi. Und wenn es wieder etwas mit Ghee werden soll, achte ich etwas stärker auf die Temperatur, um nicht wieder statt des langsamen Röstens ein sofortiges Verbrennen zu provozieren.