Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

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15. Oktober 2011
von Stephan
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Lecker Fett - aber soll ich mehr oder weniger davon essen?

Die Geschichte der Ernährung ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Egal wen man fragt, immer bekommt man andere Antworten. Die einen sagen, man solle sich fleischfrei ernähren, die anderen empfehlen eine ausgewogene Ernährung mit wenig rotem Fleisch aber viel Pute und Huhn; Rohkost sei das Beste für unsere Gesundheit doch im Ayurveda lernt man, dass Gegartes vorzuziehen ist; einmal ist Fett für unser Übergewicht verantwortlich, dann sind es Kohlenhydrate.

Natürlich essen wir gerne Salz, Fett und Zucker

Besonders irritierend wird es, wenn davon die Rede ist, dass wir Menschen uns nicht gemäß unserer Natur ernähren würden, sondern zu salzig, zu fett, zu süß und vor allem zu viel essen. Andererseits ist es aber so, dass es gerade unserer Natur entstammt, dass wir salzig, süß und fett bevorzugen. Die Evolution hat es uns gelehrt und wir haben unsere Hausaufgaben gemacht – wir folgen eigentlich nur unserem Instinkt.

Im Überangebot müssen wir den Verstand nutzen

Leider ist in Zeiten des Überangebots unser Instinkt nicht mehr verlässlich genug, wir müssen auch unseren Verstand nutzen, um uns gesund zu ernähren. Leider siegt Instinkt über Verstand, weshalb sich sorgende Regierungen findige Lösungen ausdenken, um ernährungsbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Selbstverständlich geschieht dies über monetäre Anreize bzw. Kontrollmechanismen.

Staatliche Anreize zur gesunden Ernährung

Rumänien hat bereits 2010 eine Steuer auf Junk-Food beschlossen, betroffen sind hiervon vor allem salzige, zuckrige und fettige Nahrungsmittel:

  • Fast-Food-Produkte
  • Kuchen- und Süßwarenindustrie
  • Snacks und Kartoffelchips sowie
  • Limonaden, außer Wasser und frisch abgefülltem Saft

Dänemark hat auch schon länger höhere Abgaben auf Schokolade und Süßigkeiten, und auch Taiwan dachte schon vor über einem Jahr über solche Maßnahmen nach. Doch die Wirkung solcher Maßnahmen wird allgemein bezweifelt.

Eine Butter-Skulptur

Fett ist Geld – in Dänemark

Nun ist die Fettsteuer in Dänemark gestartet. Auch hier sind Experten uneins, ob diese Maßnahme tatsächlich geeignet ist, für gesündere Menschen zu sorgen. Ohne Lebensmittelampel weist nur der Preis darauf hin, dass ein Lebensmittel ungesund sein könnte. Oder es könnte auch besonders hochwertig oder aufwändig in der Herstellung sein. Statt mündigere Konsumenten produziert eine solche Steuer alleine ersteinmal zur ärmere Konsumenten, da die Zusammensetzung ihres Warenkorbs nur in wirtschaftlich knappen Situationen geändert werden dürfte.

Sollen dicke Menschen abnehmen oder dünne Menschen dünn bleiben?

Das Thema Ernährung ist derart komplex, dass einfache Weisheiten nicht ausreichen. Es gibt Fälle, in denen ein eingeschränkter Fettkonsum sinnvoll ist, in anderen Fällen ist eine Verringerung der Kohlenhydrate der bessere Weg. Grundsätzlich kann man eigentlich nur sagen, dass wir zu im Ganzen viel essen, und eine gesunde Ernährung das Abnehmen sogar verhindern kann. Soll also eine Steuer dafür sorgen, dass weniger Menschen dick werden, oder sollen bereits dicke Menschen beim Abnehmen unterstützt werden?

Mehr Fett

Dr. Nicolai Worm empfiehlt, mehr Fett in die Ernährung aufzunehmen:

Unzählige Studien zeigen, dass der Körper mit mehr Fett und weniger Zucker und Stärke viel besser zurecht kommt und weniger Störungen entwickelt. Mehr Fett – vor allem wenn man Zucker und Stärke durch einen Mix von einfach und mehrfach ungesättigten Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ersetzt – verbessert den Zucker- und Fettstoffwechsel, senkt also Cholesterin und Triglyceride, senkt den Blutdruck und die Thromboseneigung und damit das Herz-Kreislaufrisiko.

Es ist also nicht so einfach, Fett teuer zu machen und damit gesündere Menschen zu erhalten.

Gutes Fett unterstützt die Gesundheit

Seit in Indien die traditionellen ayurvedischen Fette wie Ghee und Kokosöl durch vermeintlich gesündere und cholesterinfreien Varianten wie Sonnenblumen- und Diestelöl ersetzt wurden, lässt sich zu eine deutliche Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes beobachten. Demnach könnte eine generelle Besteuerung aller “schlechten” Fette auch eine entgegengesetzte Wirkung haben.

Gesunde Ernährung ist individuell

Sicherlich gibt es viele gutgemeinte Ratschläge, wie man sich gesund ernährt, doch keine davon kann tatsächlich allgemeingültig sein. Zu viele Ausnahmen und komplexe Querverbindungen sorgen dafür, dass allgemeine Ver- oder Gebote nicht zielführend sind. Wer sich gesund ernähren will, muss sich einerseits mit den Grundlagen guter Ernährung und andererseits mit den Bedürfnissen seines Körpers auseinander setzen. Die drei Doshas sind ein guter Einstieg, sich selbst besser beurteilen zu lernen und seine Ernährung individuell anzupassen.