Manche Menschen mögen keine Regeln. Dennoch streben sie eine gewisse Regelmäßigkeit an, ohne sich jedoch Zwängen – oder eben Regeln – unterordnen zu müssen. Ich finde Regeln bisweilen sehr hilfreich, beispielsweise wenn sie mir die Argumentation mit meinem inneren Schweinehund erleichtern.
Der Vorsatz, regelmäßiger Yoga zu machen, begleitet mich schon relativ lange. Aber erst in diesem Jahr (eigentlich seit Januar), habe ich es auch tatsächlich geschafft, eine gewisse Regelmäßigkeit in meiner Praxis herzustellen. Besonders hilfreich war nicht die Regel, wann ich Yoga mache, sondern wann nicht.
Als ich gesagt habe, Donnerstag sei mein Yoga-Tag, hat das häufig geklappt. Leider eben auch manchmal nicht. Jetzt sage ich statt dessen, dass die traditionellen Tage Yoga-frei sind. Das sind alle Samstage und alle Tage, an denen Voll- oder Neumond ist.
Als Konsequenz habe ich von jetzt bis Sonntag eine Yoga-Pause. Auch wenn ich eine große Lust verspüre, Yoga zu praktizieren, versuche ich diese Regel aufrecht zu erhalten. An allen anderen Tagen darf ich Yoga machen, muss es aber auch nicht. Erstaunlicherweise funktioniert dieses “Verbot” bei mir deutlich besser als der Vorsatz, “dann und dann muss ich Yoga machen”.
Inzwischen habe ich auch wieder einen Stand erreicht, an dem ich meinen Rückstand aufgeholt und die letzten zwei Tage im Mai müssen nicht unbedingt sein.
Ohne Zwang macht Yoga noch mal so viel Spaß, bringt deutlich mehr Entspannung und – das ist das erstaunliche – funktioniert fast von selbst.
