Fleisch oder nicht Fleisch, die Medien sind voll davon: In Leipzig versucht man, einmal in sechs Monaten einen Tag ohne Fleischgerichte in der Mensa einzuführen, die (zumeist männlichen) Studenten sind empört. In Schleswig-Holstein können Schüler freiwillig an einer Veranstaltung teilnehmen, wie Kaninchenfleisch auf den Teller kommt und die Eltern gehen auf die Barrikaden.
Der gesamte öffentliche Diskurs um das Thema Ernährung wird nur zu gerne mit Moralkeulen ausgefochten. Das liegt daran, dass den Fleischessern mit – scheinbar – wachsender Begeisterung immer neue Schauergeschichten über Massentierhaltung, Fleischproduktion und den Folgen des Fleischkonsums erzählt werden.
Das verlinkte Video zeigt, wie üblicherweise die Argumentation der Vegetarier erfolgt: Negativpropaganda. Ich kenne kaum eine Argumentation für vegetarische (oder gar vegane) Lebensführung, die statt der Negativseiten des Fleischkonsums überwiegend die positiven Seiten der fleischlosen Ernährung darstellt.
Sicher ist in einer Aussage wie “Fleischkonsum führt zu Arthrose, daher sollte man besser kein Fleisch essen” implizit enthalten, was gut daran ist, vegetarisch zu essen (wer will schon Arthrose?), aber selbst wenn ich Fleisch esse bekomme ich eben nicht immer Arthrose.
Meiner Erfahrung nach führen Hin-zu-Strategien (leckere fleischlose Gerichte, körperliche Leistungsfähigkeit, etc.) deutlich nachhaltiger zum Erfolg als Weg-von-Strategien (Tiere schlachten ist böse, du wirst krank, der Planet stirbt, etc.). Wer die Masse der Menschen zu fleischärmerer Ernährung führen möchte, muss positive Verstärkung einsetzen.
Für aufgeschlossene Menschen, die aufgrund der emotional geführten Diskussionen auf Durchzug beim Thema Vegetarismus geschaltet haben, können Videos wie das folgende eine recht gute und vergleichsweise objektive Grundlage zur Meinungsbildung liefern:

