Keine Angst, ich bin nicht unter die Bodyrocker gegangen. Aber heute habe ich mit der Rockstar-Yogini Sadie Nardini Yoga geübt. Genau das richtige, nachdem ich von gestern Abend dann doch ein wenig Muskelkater spüre. Diesmal ging es hauptsächlich um Rumpfkraft, neudeutsch auch Core Strength genannt.
Sadie Nardini ist nicht zuletzt durch ihre Show Rock your Yoga zu Berühmtheit gekommen. Ganz unumstritten ist sie nicht. Vor allem ihr Vorstoß, Yoga mit Gewichtsreduktion in Verbindung zu bringen, hat ihr jede Menge Kritik eingebracht. Sie ist aber auch kein bescheiden und leise auftretender Mensch, so heisst es in ihrer Biographie
Today, Sadie is one of the fiercest yoga and wellness leaders in the world.
Wer will, erkennt hier ein ganz schön großes Ego. Ob das zu Yoga passt? Auch das Wort fierce, welches in etwa ‘wild’, ‘ungebändigt’, ‘erbittert’ oder auch ‘böse’ bedeuten mag will eigentlich nicht so recht zum spirituellen Yoga passen. Oder etwa doch? Yoga Leaders ist auch so etwas, was ganz schön anecken dürfte. Yogaführer würde ich jedenfalls nicht in einem Fragebogen nach meinem Traumberuf angeben.
Als bekannter Yogalehrer steht man allerdings immer ganz schön im Kreuzfeuer. Schaut man sich John Friend an, oder auch Kino MacGregor, welche allen ihren Neidern einen ziemlich offenen und pointierten Brief geschrieben hat (absoluter Lesetipp, nicht nur für Ashtangis!), dann zeigt sich, dass ein Weltruf sicherlich nicht immer nur positive Reaktionen hervorruft.
Zurück zum Punkt – mir fiel es nicht immer leicht, Sadies Flow zu folgen. Zu oft war mir nicht klar, ob ich verharren oder von einer Position in die andere wechseln sollte. Ganz ohne Sichtkontakt klappt das Mitmachen dann doch nicht. Möglicherweise liegt es an ihrem Stil, der deutlich von meinem gewohnten abweicht.
Doch darin besteht auch mein Ziel – ich möchte mal in andere Yogarichtungen reinschnuppern. Die Aktion im Februar eignet sich wunderbar, denn ganz alleine auf der Matte zu stehen ist deutlich schwieriger, als sich an einen Yoga Leader dranzuhängen.
