Der Feierabendyogi

Ashtanga Yoga für den Feierabend

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14. May 2012
von Stephan
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Blogparade: Mein Yoga - ganz persönlich

Der yogastern hat zu einer Blogparade aufgerufen – da bin ich natürlich gerne dabei.

Wie alles anfing

Natürlich fand meine erste Begegnung mit Yoga am Feierabend statt. Seit meiner ersten Yogastunde endet der Tag recht häufig mit etwas Asana – doch das hat eine ganze Weile gebraucht.

Typisch männlich hatte mein Yoga zunächst eine eher sportliche Komponente. Die hat es auch immer noch, daher versuche ich weniger ein Yoga des “Nachspürens” als ein Yoga des Vinyasa zu betreiben.

Was ich auf der Matte treibe

Mein Yoga besteht überwiegend aus Asana. Ich bilde mir ein, dass meine Asanas etwas mit Ashtanga Yoga zu tun haben, wobei ich ehrlich gesagt unglaublich weit entfernt von einer disziplinierten Praxis bin. Aufgrund meiner katholischen Wurzeln spricht mich vor allem die Struktur und Systematik des Ashtanga an. Ich weiß genau, welche Asana wann auf mich wartet und so kann ich mich ganz im Flow verlieren und meinen Körper und Geist auf Autopiloten schalten.
Ganz selten schaffe ich es mal, zu meditieren, was dank der Kinder und der Pendelei häufig mal zu kurz kommt, dann aber auch gerne auf der Matte passiert.

Die Zeit auf der Matte bildet für mich einen willkommenen Ausgleich zum Büro. Leider sieht das mein innerer Schweinehund nicht immer so und betrachtet Yoga häufig als Zeitfresser, der um die wenige Stunden des Tages, die ich meine Frau und Kinder überhaupt sehe, konkurriert. Und bisweilen verliert Yoga auch gegen den Schweinehund, doch am Ende des Tages sage ich mir dann gerne: “Es ist nur Yoga.”

Abseits der Matte

Etwas mehr Zeit stecke ich seit ich mit Yoga begonnen habe ich die Yamas und Niyamas. Zwar bin ich nicht erst durch Yoga achtsam mit meiner Umwelt und mir umgegangen, aber intensiver beschäftigt habe ich mich damit schon dank des Yoga.

Durch das großartige “How Yoga works”: bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass man Yoga nicht (nur) für sich selbst machen kann. Daher kommt man als (angehender) Yogi an einem sorgsamen Umgang mit der Welt nicht vorbei.

Meine Ernährung hat sich auch ganz schön geändert, wobei ich es nicht direkt auf Yoga schieben würde. Vielleicht aber doch. Es ist wenig Fleisch geworden – wenn überhaupt. Grüne Smoothies geben mir inzwischen Power für einen langen Tag.

Wo es hingeht

Yoga ist für mich eine Reise, die jedoch kein Ziel hat. Im Verlauf erhoffe ich mir, Alterserscheinungen vorzubeugen (im wahrsten Sinne des Wortes), nebenbei auch etwas Kraft zu gewinnen und irgendwann einmal eine ganze Primary Series zu absolvieren. Wenn meine Zeit es mal wieder zulässt, würde ich mich auch freuen, mal einige der netten Yoginis und Yogis da draußen persönlich kennenzulernen.

31. December 2011
von Stephan
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Activeyoga - Richtig viel Platz für Asana

Pascal war so nett und hat mir vor Weihnachten die Active Yogamatte zugeschickt, damit ich sie auf Herz und Nieren teste. Was würde sich besser dazu eignen, als ein Yamas-Review?

Das Problem

Yoga eignet sich für alle Menschen, egal ob groß ob klein, Mann oder Frau, alt oder jung. Wie der Rheinländer weiß: Jede Jeck is anders, was vor allem dann spannend wird, wenn man mit Quasi-Standards konfrontiert wird. Wie man eine passende Yogamatte auswählt, hat Diana ja vor einiger Zeit schon einmal thematisiert.

Bei einer Größe von 1,90 Metern reicht mir eine Standard-Yogamatte von etwa 1,80m nicht aus. Nun gibt es inzwischen nicht nur überlange Matten, sondern auch richtig große Matten, die quadratisch, praktisch und gut sind.

Die Active Yogamatte

Als Pascal von Fitsquare mich fragte, ob ich nicht mal Asana auf richtig viel Platz probieren wollte, habe ich natürlich sofort zugesagt. Auf dem Papier hörte sich die Matte schon berauschend an:

  • Die Active Yogamatte wird in Süddeutschland hergestellt.
  • Sie ist überdurchschnittlich rutschfest und sorgt für einen sicheren Stand und Körperkontrolle bei allen Übungen – also absolut tauglich für mein Anfänger-Ashtanga.
  • Durch die Übergröße muss man nicht die Hälfte der Übungen neben der Matte durchführen. Vor allem bei Asanas wie dem Krokodil zu empfehlen.
  • Auch kleine Kinder können dank Öko-Tex Standard (Produktklasse 1) auf der Matte krabbeln und auch strenge Gerüche bleiben dem Yogi erspart (besonders willkommen, wenn ich wieder mal Gesellschaft beim Yoga habe).
  • Die Matte eignet sich auch für alle anderen Arten der sportlichen Betätigung (8 Count Bodybuilders irgendwer?)
  • Sie hat eine sehr hohe Dichte für perfekte Federung, Standfestigkeit und Dämpfung für ein gelenkschonendes Training, ist sehr robust und pflegeleicht.

Größenvergleich dreier Yogamatten

Die Active Yogamatte im Test

Ich kenne keine andere Matte, die so groß ist, wie die Active Yogamatte. Glücklicherweise war im Wohnzimmer ausreichend Platz. Die Kinder haben die Matte sofort für sich als Spielteppich entdeckt, doch ich konnte sie erfolgreich zurückerobern.

Active Yogamatte und Yogitoes Handtuch

Die Matte hat zwei unterschiedliche Oberflächen. Während die eine Seite eine etwas gröbere Struktur aufweist, ist die andere fast schon klebrig. Das gibt jede Menge Halt auch bei schwitzigen Asanas. Dennoch bevorzuge ich mein Yogitoes-Handtuch auf der Matte. Da mir die 1,80m nicht immer lang genug sind, habe ich mein Handtuch quer gelegt. Das bringt zusätzlich den Vorteil, dass links und rechts je ein Kind mitturnen kann :-)

Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit

Solange sie nicht gebraucht wurde, lagerte die Matte unter dem Bett. Beim Ausrollen sind viele Matten gerne störrisch und bleiben teilweise eingerollt, doch die Active Yogamatte rollt sich auch ohne Gewaltanwendung vergleichsweise gut aus.

Die Produktionsbedingungen der Matte könnten vermutlich kaum besser sein, doch das hat auch seinen Preis: Fast 100 Euro werden (inklusive Versand) für die Matte fällig1
. Andererseits habe ich im Sanitätshaus auch schon einfachere und kleinere Matten für ähnliche Preise gesehen.

Satya – Die Wahrhaftigkeit

Mit 4,5mm Stärke ist die Matte nicht zu dick, um den Kontakt zum Boden zu verlieren. Sie ist aber auch keine Wohlfühlmatte, die zum Ausruhen einlädt. Im Gegenteil, Asana macht auf ihr richtig Spaß und auch anstrengende Übungsfolgen lassen sich dank der griffigen Oberfläche gut bewältigen.

Gestandene Yogis werden sicher nicht zu diese Matte greifen, aber die Vielseitigkeit abseits des Yoga ist sehr verlockend. Als Kinderspielteppich, Fitnessteppich oder als Unterlage beim Vajrasana (zum Fernsehen oder Lesen).

Asteya – Nicht-Stehlen

Aufgrund der Größe wird hoffentlich niemand auf die Idee kommen, die Matte mit zur Yogastunde zu nehmen. Die Reaktionen der anderen Kursteilnehmer wären allerdings zu spannend – vielleicht sollte ich es doch einmal probieren. Andererseits ist es auch faktisch unmöglich, dass jemand “aus Versehen” die Matte für seine hält und somit mitnimmt. Jedoch in begehrten Kursen und kleinen Räumlichkeiten stiehlt sie deutlich mehr Raum als jede andere Matte.

Brahmacharya – Die Reinheit

Keine toxischen Stoffe, unbedenklich selbst für Babys – für eine Yogamatte kann es nicht viel reiner werden. Säubern lässt sich die Matte einfach durch feuchtes Abwischen oder sogar Staubsaugen. In die Waschmaschine hingegen passt die Matte beim besten Willen nicht.

Hinabschauender Hund auf der Active Yogamatte

Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten

Seien wir ehrlich, niemand braucht eine solche Matte, um Yoga zu praktizieren. Aber sie bietet einen enormen Komfortgewinn für große Menschen, aber auch für Nachbarn. Wer keinen Teppich zur Dämpfung hat, kann den Nachbarn im unteren Stockwerk einen Gefallen tun, indem er die Active Yogamatte für sein Fitness-Training im Wohnzimmer nutzt.

Meine Yamas-Bewertung

Sinn des Yamas-Reviews ist es nicht vorwiegend, eine Empfehlung auszusprechen. Vielmehr möchte ich mich hierbei praktisch den Yamas nähern und sie zu begreifen versuchen, indem ich sie in meinen Alltag stärker einbinde. Alle Mitleser sind herzlich eingeladen, ihre eigene Einschätzung in den Kommentaren zu hinterlassen.

Insgesamt gebe ich der Matte 3 Yamas.
Was würdest du geben?

Yamas-Wertung für Die Active Yogamatte
Richtig viel Platz für Asana mit 1,80 Metern im Quadrat
Ahimsa4 Oms
Satya3 Oms
Asteya4 Oms
Brahmacharya4 Oms
Aparigraha1 Oms
Gesamtwertung3 Oms

1 Wer via Facebook oder Twitter seinen Freunden von der Matte erzählt, erhält übrigens 5% Rabatt.

2. November 2011
von Stephan
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Ein Yogi liest: Haruki Murakamis Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich meinen ersten Murakami lese. Heute habe ich also Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt von Haruki Murakami ausgelesen.

Japanische Autoren sind anders

Murakami war der erste japanische Autor, den ich gelesen habe. Neben den vielen Engländern, Deutschen, Amerikanern, Russen und natürlich diversen anderen Meistern der Erzählkunst, die ich bislang lesen durfte nimmt Murakami eine Sonderstellung ein. Ob es daran liegt, dass Japaner ihre Geschichten auf andere Art und Weise erzählen, kann ich noch nicht sagen. Insgesamt war ich jedoch von der Erzählweise gefesselt und begeistert.

Willkommen im Wunderland

Wie der Titel des Romans andeutet, gibt es zwei Handlungsstränge an zwei Orten, einen im großen und lauten Tokyo (Hard-boiled Wonderland) und an einem dem Nirvana ähnelnden Endzeitdorf (dem Ende der Welt). Ein durchschnittlicher Mann mit der Fähigkeit, Daten ohne Computer und nur in seinem Gehirn zu verschlüsseln, steht im Mittelpunkt des Geschehens und wird von allerlei merkwürdigen Gestalten umringt.

Da sind zunächst ein dickes, junges Mädchen mit einer Vorliebe für Rosa. Eine Bibliothekarin, ein genialer aber etwas skrupelloser Professor, ein anonymes System gegen welches sich andere Gesichtslose auflehnen, ein Taxifahrer mit einer Vorliebe für junge Fahrgäste, Schwarzlinge, die unter der Erde leben und jede Menge Einhörner.

Yamas-Review

Da Hard-boiled Wonderland eine vielschichtige Erzählung ist, eignet sie sich vortrefflich für etwas, was ich seit langem vorhabe: dem Yamas-Review.

Die Yamas sind so etwas wie die zehn Gebote des Yoga, da liegt es doch nahe, die Dinge die wir täglich tun und die uns Freude bereiten hinsichtlich ihrer Passung hinsichtlich der Yamas zu überprüfen.

Ahimsa – Die Gewaltlosigkeit

Murakami schreibt wie für kleine Jungs im großen Manne. Er erzählt das Abenteuer eines Mannes, der parallel in zwei Welten unterwegs ist. Dabei stoßen ihm auch viele spannende und vor allem gewaltsame Dinge zu. Zwar ist Murakami kein Steven King und schockt seine Leser nicht – sein Metier sind eher die philosophisch leisen Zwischentöne, die allesamt entdeckt werden wollen – doch in diesem Buch fließt reichlich Blut, wenn auch zumeist nur als Bericht wie grausam die eine Partei mit der jeweils anderen umgeht.

Satya – Die Wahrhaftigkeit

Die Geschichte wird sehr geradlinig erzählt. Obwohl der Leser nicht an der Nase geführt wird, fügen sich die Puzzleteile der Geschichte erst nach und nach zusammen. Auch die namenlos Hauptperson ist trotz ihrer charakterlichen Zweifelhaftigkeiten weitaus wahrhaftiger als man zunächst annehmen würde.

Asteya – Nicht-Stehlen

Besonders zum Ende des Romans hin tritt Asteya mehr und mehr in den Vordergrund. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten.

Brahmacharya – Die Mäßigung

Weder die Hauptperson noch die Bibliothekarin in Tokyo sind sonderlich gemäßigt. Während er eine ungebremste Leidenschaft für ausgedehnte Einkaufstouren hat, verfügt sie über eine Magenerweiterung und ißt ales andere als gemäßigt.

Aparigraha – Auf das Überflüssige verzichten

Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten. Während am Ende der Welt Aparigraha sehr ausgeprägt scheint, ist es in Hard-boiled Wonderland nicht der Fall. Für seine ausgedehnten Shopping-Touren hat sich der Erzähler beispielsweise extra ein Auto zugelegt.

Die Yamas-Bewertung

Sinn des Yamas-Reviews ist es nicht, eine Empfehlung auszusprechen. Vielmehr möchte ich hierbei praktisch mich den Yamas nähern und sie zu begreifen versuchen, indem ich sie in meinen Alltag stärker einbinde. Alle Mitleser sind herzlich eingeladen, ihre eigene Einschätzung in den Kommentaren zu hinterlassen (keine Angst, wenn ihr das Buch nicht kennt, es sollen noch viele andere Yamas-Reviews folgen).

Insgesamt gebe ich dem Roman noch 3 Yamas.
Was würdest du geben?

Yamas-Wertung für Haruki Murakamis Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt
Ein spannender Roman, der gekonnt Unterhaltung mit hintergründig philosophischen Gedanken verbindet
Ahimsa2 Oms
Satya4 Oms
Asteya3 Oms
Brahmacharya1 Oms
Aparigraha2 Oms
Gesamtwertung3 Oms

18. September 2011
von Stephan
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Welche Farbe hat Yoga?

Seitdem ich bei Diana zum ersten Mal über den Begriff Green Yoga gestolpert bin, habe ich mich gefragt, ob es auch gelbes, blaues oder gar schwarzes Yoga gibt. Green Yoga legt einen Schwerpunkt auf die Verbindung von Yoga und Ökologie. Doch stellt sich mir die Frage, ob das farblose, nicht-grüne Yoga, entgegen ökologischen Ideen steht oder welche Farbe Yoga eigentlich hat.

Brahman und Atman

Sicherlich liegt das hauptsächliche Ziel eines Yogis in der Erlangung von Erleuchtung, der Einheit mit Brahman — der Weltseele — und Atman — dem universellen Selbst. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass ein Yogi im Grunde keine Erleuchtung erlangen kann, wenn er sich von Weltseele und universellem Selbst abwendet. Im Gegenteil, wenn es ihm egal wäre, dass die Umwelt zerstört wird, wieso würde er dann anstreben, ein Teil von ihr zu werden, der die Grenzen der kognitiven Wahrnehmung hinter sich lässt? Doch gehen wir in kleineren Schritten.

Patanjali war grün

Folgt man den Sutras des Patanjali, so beginnt noch vor Asana die Auseinandersetzung mit der Welt. In Gestalt der Yamas und Niyamas werden dem (angehenden) Yogi Verhaltensregeln gegenüber der Welt und sich selbst an die Hand gegeben.

Vereinfacht gesagt weisen uns die Yamas den Weg, wie wir mit der Welt umgehen sollen, die Niyamas definieren den Umgang mit uns selbst. Wenngleich viele Yoga-Praktizierende sich nur wenig mit den Sutren auseinandersetzen, so kann es aus meiner Sicht kein Yoga geben, welches den achtsamen Umgang mit der Welt gegenüber der Achtsamkeit in Bezug auf sich selbst vernachlässigt.

Die Green Yoga Association

Um Green Yoga ist eine ganze Bewegung entstanden, die Green Yoga Association. Hardy Fürch hat sogar ein Buch zum Thema geschrieben: Wie Green Yoga die Welt verändert. Erwartungsgemäß stärken die Yamas und Niyamas das argumentative Grundgerüst des Green Yoga:

  • Ahimsa/Gewaltlosigkeit: Vermeidung von direkter (körperlicher und psychischer) sowie struktureller Gewalt (z.B. gesetzliche Diskriminierungen). Mitfühlender Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Konsum von Waren, bei deren Produktion keine Gewalt angewendet wurde (z.B. Fair Trade). Als Konsument hat man eine große Macht! Eine schon geringe Änderung des Kaufverhaltens hilft, die Wirtschaft positiv zu gestalten. Landschaftsschutz und artgerechte Tierhaltung sind auch Ausdruck von Ahimsa.
  • Satya/Wahrhaftigkeit: Sich selbst und den anderen nichts vormachen, möglichst authentisch sein, zu Stärken und Schwächen stehen, ehrlich sein. Wahrhaftigkeit ist der Ausgangspunkt zu persönlichem Wachstum. Sie wünschen sich offene und ehrliche Menschen? Fangen Sie am besten bei sich selbst an – das wirkt auch auf die anderen!
  • Asteya/Nicht-Stehlen: Die Ausbeutung anderer Völker und Wirtschaftsräume beenden. Unfaire Handelsabkommen und unwürdige Arbeitsbedingungen sind auch Diebstahl! Konsumiert man faire Waren, nimmt man Einfluss – auch auf weit entfernte Länder. Machen Sie sich den Zusammenhang zwischen Konsum und menschlichen Schicksalen deutlich – leben Sie Mitgefühl im Alltag!
  • Aparigraha/Nicht-Horten: Heute wird vor allem Geld gehortet. Dieses Horten wird mit Zinsen belohnt. Doch die Zinswirtschaft fördert unreflektiertes Wirtschaftswachstum und Gier. Legen Sie zumindest einen Teil Ihres Geldes in ethische Geldanlagen an oder spenden Sie Zinsen für sozial-ökologische Zwecke. Kaufen Sie nur wirklich nötige Dinge oder engagieren Sie sich in Tauschringen! Was sind meine wirklichen Bedürfnisse? “Weniger ist mehr” – ein ernsthaft Yoga-Praktizierender braucht nicht mehr so viele Statussymbole – weil er das meiste in sich selbst finden wird: Reich ist nicht, wer viel besitzt, sondern wer wenig bedarf. Wer weniger bedarf, konsumiert auch weniger und schont die Ressourcen.
    Quelle

Yoga hat viele Farben – und Grün liegt uns am Herzen

Mein Yoga ist bunt. Natürlich hat Yoga viele Farben: Es ist lila, rot, orange, blau, gelb und auch grün (und mehr). Dass Grün uns am Herzen liegen sollte, liegt aber nicht zuletzt an Anahata, dem Herz-Chakra. Was wir konsumieren können wir direkt mit den fünf Yamas überprüfen und so dafür sorgen, als Yogis nicht nur unserer Innenwelt sondern auch unserer Umwelt mehr Achtsamkeit entgegenzubringen. Somit nützen wir unserer Umwelt, unseren Nachfahren und dem universellen Selbst.

Yamas - Mezé in Bochum

8. September 2011
von Stephan
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Die zehn Gebote des Yoga

Wer sich dazu entschließt, in Yoga einzutauchen, sollte idealerweise bei den Yamas beginnen. Allerdings beginnen die wenigsten von uns mit Yoga aus spirituellen Gründen, viel häufiger ist der Wunsch nach Bewegung, Beweglichkeit oder Ausgeglichenheit.

Der achtgliedrige Pfad

Im Ashtanga Yoga existieren acht Glieder, die — stark vereinfacht gesagt — mehr oder weniger nacheinander durchlaufen werden (zugegeben, so ganz stimmt das nicht, doch ohne die vorgehenden Glieder durchlaufen zu haben wird es nahezu unmöglich sein, Samadhi zu erreichen):

  1. Yama — Ethische Grundregeln, die für das Zusammenleben aller Lebewesen gelten
  2. Niyama — Disziplin und Verantwortung jedes Einzelnen
  3. Asana — Körperstellungen
  4. Pranayama — Atembeherrschung
  5. Pratyahara — Rückzug der Sinne
  6. Dharana — Fokussierung/Konzentration
  7. Dhyana — Meditation
  8. Samadhi — “Seeligkeit”

Ziel ist es, Samadhi zu erreichen. Doch ist es nicht so, dass man einmal eine Stufe “erobert” hat, um dann weitergehen zu können. Täglich müssen Yogis aufs Neue prüfen, ob sie nicht nur ihre Asana üben, sondern inwiefern sie gemäß den Yamas und Niyamas ihr Leben gestalten.

Die zehn Gebote des Yoga

Yamas und Niyamas lassen sich mit den zehn Geboten des Christentums vergleichen. Ebenso wie die zehn Gebote sind es zehn Richtlinien, an denen wir unser Leben ausrichten sollen.

Ursprünglich stammen diese Gebote zwar aus dem Hinduismus, doch bei näherer Betrachtung fallen zahlreiche Gemeinsamkeiten mit anderen Weltreligionen wie dem Christentum, dem Islam und dem Judentum auf. Aufgrund der Tatsache, dass Yogis davon ausgehen, dass es ein universelles Prinzip gibt, welches alle Lebewesen verbindet, so verwundert es nicht so sehr, dass die großen Religionen allesamt zu ähnlichen Erkenntnissen gelangen.

Die Yamas – soziales Miteinander

Für den Umgang miteinander gelten die fünf Yamas:

  1. Ahimsa — Gewaltlosigkeit
    Wer Ahimsa praktiziert ist nicht nur gewaltlos, sondern auch rücksichtsvoll und freundlich. Andere Menschen und Tiere werden zu keiner Zeit und aus keinem Grund in Worten, Gedanken oder Taten verletzt.
  2. Satya — Wahrhaftigkeit
    Stets die Wahrheit zu sagen bedeutet nicht, schonungslos sämtliche Dinge beim Namen zu nennen, sondern vor allem die angenehme Wahrheit. Sollte die Wahrheit für jemanden nicht angenehm sein, so sollte sie ihm gegenüber nicht geäußert werden um Ahimsa einzuhalten.
  3. Asteya — Nicht-Stehlen
    Hierbei geht es nicht nur darum, die Besitztümer anderer nicht an sich zu reißen, sondern auch sich nicht mit fremden Federn zu schmücken oder neidvoll und eifersüchtig zu sein.
  4. Bahmacharya — Reinheit
    Das Streben hin zum Wesentlichen wird häufig auch mit sexueller Enthaltsamkeit gleichgesetzt, doch damit ist es nicht richtig erfasst. Es geht auch darum, seinen Geist nicht durch die Gesellschaft vulgärer Menschen oder ebensolcher Bücher, Filme oder Veranstaltungen zu verunreinen.
  5. Aparigraha — Genügsamkeit
    Völlerei und Maßlosigkeit sind das Gegenteil von Aparigraha, der Nicht-Besitzergreifung oder Genügsamkeit. Notwendiges von nutzlosem trennen zu können ist eine wichtige Voraussetzung für Aparigraha. Dabei geht es auch darum, reines (sattwiges) Essen in dem Maße zu sich zu nehmen, wie es der Körper braucht, nicht aber darüberhinaus.

Die Niyamas – innere Einschränkung

Während die Yamas vorrangig das soziale Zusammenleben und den Umgang miteinander regeln, richten sich die Niyamas vornehmlich nach innen.

  1. Shauca — Reinheit
    Innere und äußere Hygiene sind hierbei gemeint, so dass man seinen Körper ebenso pflegen soll, wie sein Inneres. Auch hier ist die Freundschaft mit der Welt gemeint, denn in jedem Menschen und jedem Ding findet sich ein Spiegelbild Gottes.
  2. Santosha — Zufriedenheit
    Nicht zu verwechseln mit Aparigraha bezieht sich Santosha darauf, mit sich selbst zufrieden zu sein, seine Entscheidungen nicht zu bereuen und insgesamt eine positive Lebenseinstellung zu haben.
  3. Tapas — Disziplin und Achtsamkeit
    Unreinheiten werden durch Disziplin bereinigt, doch nur in Verbindung mit Achtsamkeit sind sie wirklich förderlich. Die meisten Yogis kennen Tapas aus der regelmäßigen Asana-Praxis, deren Ziel ebenso die Beseitigung von (körperlichen) Unreinheiten ist.
  4. Swadhyaya — Reflexion
    Die Auseinandersetzung mit sich selbst und alten (heiligen) Schriften sorgt man für Bezugspunkte und verhindert so Beliebigkeit im Leben.
  5. Isvarapranidhana — Gottvertrauen
    Die Fähigkeit, seine Ängste und Sorgen loszulassen und in dem Verständnis zu leben, dass Gott es gut mit uns meint und uns den richtigen Weg weist ist Isvarapranidhana.

Nach der Pflicht kommt die Kür

Erst, wenn Yamas und Niyamas praktiziert werden, kommen wir nachhaltig auf dem Weg zu Samadhi voran. Sicherlich gibt es zahlreiche Momente in denen wir gegen eins oder sicherlich auch mehrere der Gebote im Yoga verstoßen, doch auch dies ist Teil der Praxis.

Wer erwartet, für ein paar Wochen Yoga zu betreiben und dadurch sein Leben neu geordnet zu haben, der irrt sich. Yoga bedeutet nicht, regelmäßig auf der Matte akrobatische Übungen zu vollziehen, sondern zunächst, sich abseits der Matte an den inneren und äußeren Verhaltensregeln zu orientieren.

Wenn die Grundidee von Yamas und Niyamas verinnerlicht ist, dann ist eine Auseinandersetzung mit den folgenden Gliedern des Yoga sinnvoll. Auch wer sich körperlich nicht imstande sieht, seinen Körper in alle möglichen — und vor allem unmöglichen — Positionen zu bringen, kann bereits durch einen bewussten Lebenswandel zum Yogi (oder natürlich zur Yogini) werden.